Von Homer zu Humperdinck

Ehemalige Schülerin des Goethe-Gymnasiums und heutige Operndramaturgin Katharina Duda besucht die Klasse 5c

An einem Montagabend im Dezember 2016 gingen wir in die Deutsche Oper Berlin, um uns die Oper "Hänsel und Gretel" von Engelbert Humperdinck anzuschauen und anzuhören. Im ersten Akt war es schön zu sehen, wie die Geschwister zusammenhalten. Er endete mit dem singenden Sandmännchen, das von einem Mond auf die Bühne herunterschwebte, und Hänsel und Gretel schliefen ein. Im zweiten Akt nach der Pause konnten wir zusehen, wie Hänsel und Gretel geträumt haben, dass sie beide und ihre Eltern etwas zu essen haben. Nach diesem hoffnungsvollen Traum machten sich beide auf die Suche nach Essbarem, und dabei fanden sie ein von einer Hexe bewohntes Lebkuchenhaus. Dies wussten sie aber nicht, so sehr waren sie von ihrem Heißhunger „geblendet“ und deshalb knusperten sie am Häuschen bis eine Stimme singend fragte: "Knusper, knusper, Knäuschen, wer knuspert an meinem Häuschen?" So wurden die beiden Geschwister ertappt und Hänsel in einen Käfig gesperrt, weil er gekocht werden sollte. Doch am Ende siegte die Geschwisterliebe und die alte Hexe wurde verbrannt. Sie ist dann tatsächlich als echter Hexenspekulatius aus dem Ofen gekommen und am Ende der Oper singt ein Kinderchor, alles Kinder, die von Hänsel und Gretel befreit wurden. Es war ein wirklich schöner Opernabend!

Da in unserem Opernticket auch eine Opernführung mit "eingebaut" war, haben wir uns dann vor den Osterferien auf den Weg zur Deutschen Oper gemacht, um eine Führung "hinter der Bühne" zu erleben. Unsere Musiklehrerin, Frau Kloer, hatte uns schon erzählt, dass jetzt an der Deutschen Oper Berlin eine ehemalige Schülerin unserer Schule als Dramaturgieassistentin arbeitet. Und Katharina Duda hat uns auch ganz viel gezeigt: den Orchestergraben, viele Bühnenbilder, die Bühne und sie hat uns viel erklärt. Weil uns die Führung so gut gefallen hat, haben wir auf Anregung von Frau Kloer gefragt, ob Frau Duda auch einmal zu uns in die Schule kommen könne.

Und tatsächlich: Am 27. Juni 2017 folgte Katharina Duda unserer Einladung und kam zu uns in den Musikunterricht, worauf wir uns schon sehr gefreut hatten. Katharina hat uns dann viel zu ihrem Beruf und ihrer Arbeit an einer Opernbühne erzählt. Wir haben ihr auch Fragen gestellt, um genauer zu erfahren, was eigentlich eine Dramaturgin macht. Dazu hat Katharina gesagt, dass der Beruf sehr vielfältig ist. Sie hat uns auch Beispiele mitgebracht, denn Dramaturgen treffen nicht nur zusammen mit dem Regisseur Entscheidungen und arbeiten sehr viel mit ihm während der Probenzeit für eine Aufführung zusammen, sie schreiben auch die Texte für die Programmhefte und suchen Informationen zu den Opern. Manchmal schreiben sie auch die Übertexte, die in der Oper gezeigt werden. Dann kann manchmal ein Dramaturg auch bei der Technik sitzen, er muss den Klavierauszug lesen können (da muss alles richtig eingetragen sein, wie wir gesehen haben) und alles während der Aufführung richtig anzeigen.

Neugierig waren wir natürlich zu erfahren, wie Katharina darauf gekommen ist, Dramaturgin zu werden. Sie hat uns dann erzählt, dass sie ursprünglich Opernsängerin werden wollte, aber das war ihr dann doch „nur“ die Musik; sie wollte aber in mehreren verschiedenen Bereichen arbeiten. So hat sie dann auch Regie studiert und schon Regie geführt und als Regieassistentin in ihrer Studienzeit gearbeitet. Aber da ihr das auch nicht genug war, hat sie Literatur und Philosophie studiert. Und damit ist sie Dramaturgin geworden. Als wir wissen wollten, ob sie nicht doch lieber auf der Bühne stehen wollte, meinte sie, dass Dramaturgen auch auf der Bühne sind. Sie hält nämlich manchmal auch Vorträge zu den Inhalten und den Inszenierungen der Opern. Und das gefällt ihr, dass ihre Arbeit so vielseitig in der Deutschen Oper Berlin ist. Sie war auch der Ansicht, dass es so wichtig sei, viel zu lesen und viele gute Bücher gelesen zu haben; das helfe ihr einfach sehr in ihrem Beruf. Zum Schluss kramte Katharina in ihrer Tasche und holte für uns Luftballons und Anstecker von der Deutschen Oper Berlin heraus.

 Katharina Duda und die 5c

Das war eine tolle Musikstunde! Wir hatten aber auch ein Geschenk für sie: von uns selbst gemachte Schokolade, Obst und Ingwer für Tee, damit Katharina in ihren Pausen naschen und Tee trinken kann, damit ihre Stimme und ihre Laune immer gut bleiben. Das hat sie sehr gefreut.

Schließlich lud sie uns alle zum Tag der Offenen Tür in der Deutschen Oper ein. Dieses Jahr ist er am 3. September, aber einen solchen Tag, wo man viel auf und hinter der Bühne erleben kann, den gibt es jedes Jahr vor der Saison an der Deutschen Oper. Und dort können wir sie dann auch wiedertreffen!

Text; Klasse 5c (Schuljahr 2016/17);
Foto: Frau Dr. Weber (Schuljahr 2016/17)

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