Erinnerungen an Nikolaus Harnoncourt

Erinnerungen an Nikolaus Harnoncourt

(06.12.1929 - 05.03.2016)

Ein großartiger Musiker, der voller Engagement die Orchestermusiker zum Lachen brachte, die Probenzeit vergessen ließ, unglaubliche Klänge aus den Berliner Philharmonikern herausholte und mit ihnen gemeinsam entdeckte, der den Dialog suchte, die Musik und sein Tun erklärte und allen Musikern in unvergleichlicher Art zuhören konnte, um sie dann wieder über sich selbst wachsen zu lassen, ein Zauberer der Klangwelten, aufrichtig mit viel Humor den Weg der Musik als Sprache suchend: So erlebten wir diesen Musiker und Dirigenten im Sommer 2009 bei der Arbeit mit den Berliner Philharmonikern in einer für auch unsere Schülergruppe geöffneten Generalprobe.

Im Anschluss an diese sehr lange Generalprobe nahm sich Nikolaus Harnoncourt die Zeit, den Schülern für ein Künstlergespräch zur Verfügung zu stehen, und wir waren begeistert. Die gleiche menschliche Art des Umgangs, die er mit den Orchestermusikern pflegte, führte er auch mit uns fort. Wir hatten diese Zugewandtheit, diese Begeisterung für den jeweiligen Moment, also nun das Gespräch mit uns über diese Musik nicht erwartet, diese Neugier und Begeisterung, die der offensichtlich nicht müde werdende 79jährige Dirigent uns entgegenbrachte. Seine Persönlichkeit voller Wärme, Energie und Wachheit und der unvergleichlichen Kunst, JEDEM anderen Menschen zuhören zu können, hat uns nach und mit der Musik alle gemeinsam verzaubert.

Er erzählte, dass er 1929 in der Spichernstraße in Berlin geboren sei und sein Name schließlich alles über seinen Geburtstag verriete. Dies haben die Schülerinnen und Schüler des damaligen Musikkurses nicht vergessen, und im Dezember 2009 schrieben sie dann gerade wegen all unserer Erinnerungen einen Geburtstagsbrief an ihn. Und bei der Gestaltung der Karte mit Fotos aller Art von und zur Spichernstraße hatten auch wir unser Vergnügen. Nicht von uns erwartet und irgendwie doch in dem erlebten menschlichen Umgang konsequent und stimmig, empfanden wir dann umso größere Freude darüber, dass Nikolaus Harnoncourt dem Musikkurs persönlich handschriftlich geantwortet hat. Jetzt ist dieser Brief eine ganz besonders wertvolle Erinnerung für uns.

Es ist unmöglich, ihn zu vergessen.

Text: Frau Kloer, FB Musik (Schuljahr 2015/16)

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