Schlagzeugvariationen

Schlagzeugkonzerte im Haus des Rundfunks mit Martin Grubinger

Am 3. Juni 2016 sind wir, die Klasse 6c, mit unserer Musiklehrerin Frau Kloer und unserem Klassenlehrer Herrn Bernhardt in ein Konzert mit dem Schlagzeuger Martin Grubinger gegangen, der uns die beiden Schlagzeugkonzerte von Tan Dun und Peter Eötvös erklärte, bevor er sie mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin im Haus des Rundfunks spielte.

Tears of Nature von Tan Dun

In dem von Tan Dun komponierten Stück Tears of Nature spielt Martin Grubinger die ersten Takte mit zwei kleinen Steinen, die er aneinander reibt und aufeinander schlägt. Mit ihm spielt in dem Moment nur eine Harfe. Danach folgen leise die Geigen und daraufhin nimmt er die Schlägel, die etwas dicker als viele andere Schlägel sind, um dumpfer zu klingen. Und er schlägt mit ihnen auf die Pauke. Die Geigen begleiten ihn und werden lauter, wenn er leiser wird, und leiser, wenn er lauter wird. Nun nimmt er die Schlägel aus der Hand und streicht leise über die Pauke oder schlägt mit seinen Handflächen auf sie. Die anderen Trommler fangen an, mit einzustimmen und Martin Grubinger nimmt zwei Holzschlägel und spielt mit ihnen und den immer lauter werdenden Geigen: Tam-Tam-Tam-Tam…. Für kurze Zeit steigen die Geigen aus und überlassen dem Schlagzeuger und seinen Trommlern ein kurzes Duett. Doch nach kurzer Zeit steigen sie dann wieder ein. Nun fangen die Geigen an länger mit dem Bogen an den Saiten zu reiben, während Martin Grubinger immer langsamer schlägt, bis er gemeinsam mit den Geigen verstummt. Er spielt dann ein kurzes Solo auf der Pauke und als die Geigen und Trompeten wieder mitspielen, greift er zu zwei Becken und schlägt sie ineinander, und um den Ton länger zu halten, hält er die Becken übereinander und fängt den Klang tatsächlich ein. Leise und langsam verklingt er. Das war sehr spannend zu hören und zu sehen. Dann schlägt er sie wieder aufeinander und fängt an, sie immer schneller an ihren Rändern zu reiben. Es entsteht eine kurze Pause, in der Martin Grubinger nach einem Paar Schlägeln greift. Die Pause wird von einem Solo-Geiger beendet. Zu diesem Solo zieht der Schlagzeuger einen Geigenbogen langsam über eine Porzellanschale, er fängt an Marimbaphon zu spielen und nun stimmen auch die Violoncelli ein. Sie verstummen wieder, Martin Grubinger spielt ein Solo und kaum hörbar musizieren die Geigen mit ihm. Nach diesem faszinierenden Schlagzeugkonzert herrscht echte Begeisterung im Haus des Rundfunks.

Tan Dun

Tan Dun wurde am 18. August 1957 in Si Mao geboren. Er ist ein chinesischer Komponist und Dirigent. In den 80er Jahren zog er nach New York und studierte dort. 2010 war er dann Kulturbotschafter für die EXPO in Shanghai. Er leitete als berühmter Dirigent viele Werke moderner Komponisten auch aus China. Außerdem komponierte er die Filmmusik für den berühmten Film Tiger and Dragon. Tan Dun ist der erste chinesische Komponist seit 1949, der international ausgezeichnet wurde und den Carl-Maria-von-Weber-Preis der Stadt Dresden erhielt.

Speaking drums von Peter Eötvös

Dieses Konzertstück für Schlagzeug war sehr besonders, da der Schlagzeuger Martin Grubinger viele ungewöhnliche Instrumente gespielt hat, wie z. B. Steine oder ein Glockenspiel mit Lautsprecher. Der Schlagzeugsolist muss in dem Konzert sogar Worte sprechen, die teilweise aus dem Sanskrit stammen. Das ist schon ungewöhnlich für ein Instrumentalkonzert. Jeden einzelnen Satz hat er uns, bevor er ihn mit dem Orchester spielte, erklärt. Das war sehr lehrreich. Martin Grubinger ist ein sehr guter Musiker, der so unglaublich gut Schlagzeug spielt und sich vieles selbst beigebracht hat, was er in diesem Stück spielen musste. Zur Vorbereitung für den Konzertbesuch haben wir uns ein sehr interessantes Gespräch von Martin Grubinger mit dem Komponisten Peter Eötvös auf YouTube angesehen. Da sind wir sehr neugierig auf das Konzert geworden. Wir empfehlen dieses Stück unbedingt weiter. Und es war richtig toll, dieses Konzert zu sehen und zu hören.

Peter Eötvös

Peter Eötvös wurde 1944 in Odorheiu Secuiesc (Ungarn, heute ein Teil von Rumänien) geboren. Er ist ein ungarischer Komponist und Dirigent. Übrigens heißt "Eötvös" auf Deutsch Goldschmied. Er studierte sieben Jahre an der Universität für Musik in Budapest und war von 1971 bis 1976 Mitarbeiter am Studio für Elektronische Musik in Köln. Ein anderer sehr berühmter Dirigent und Komponist, Pierre Boulez, schlug ihn vor als musikalischen Leiter des "Ensemble intercontemporain" in Paris, was er von 1979-1991 war. Er war auch Lehrer an verschiedenen Musikhochschulen und von 1998 bis 2001 Professor an der Musikhochschule in Köln. 1991 gründete er das Internationale Eötvös Institut für junge Dirigenten und Komponisten in Budapest. Er leitet viele Meisterkurse und Seminare überall auf der ganzen Welt und das Konzert Speaking drums hat er extra für den Schlagzeuger Martin Grubinger komponiert. Bei der Uraufführung im Frühjahr 2014 mit Martin Grubinger und dem Mahler Chamber Orchestra hat Peter Eötvös sein Werk sogar selber dirigiert.

Martin Grubinger

Martin Grubinger wurde am 29. Mai 1983 in Salzburg/Österreich geboren und gilt heute als einer der besten Schlagzeuger und Marimbaphon-Spieler. Er ist schon weltweit in Konzerthallen aufgetreten und hat mit den berühmtesten Orchestern der Welt gespielt. Für Martin Grubinger haben viele moderne Komponisten Schlagzeug-Konzerte komponiert, z. B. der ungarische Komponist Peter Eötvös das Stück Speaking drums. Dass er sehr vielseitig ist, zeigte er beispielsweise mit seinem 2010 und 2011 aufgeführten Projekt "The Percussive Planet" mit einem 28köpfigen international besetzten Instrumentalensemble. Nach eigenen Angaben besitzt Martin Grubinger ca. 500 Idiophone (Idiophon: altgriechisch ἴδιος (ídios) - eigen, φωνή (phōnḗ) - Klang, Ton = Selbsttöner, Selbstklinger) und Membraphone (lateinisch-griechisches Kunstwort = Fellklinger), von denen er 400 beherrscht und mit diesen Instrumenten musikalisch im Konzert auftreten kann.

Es lohnt sich sehr, Martin Grubinger im Konzert spielen zu hören und der Besuch des Konzerts dieser beiden Schlagzeugkonzerte hat uns sehr gefallen.

Text: Victor Hildebrand, Esma Köroglu, Kathleen Künnemann, Franziska Lissner, Helena Wiegleb, Klasse 6c (Schuljahr 2015/16)

Aktuelle Seite: Home Schulleben Wettbewerbe Musik Konzerte Schlagzeugvariationen