2000 Jahre Ovid

Chemie ist Metamorphose

Die Projektgruppe "Chemie ist Metamorphose" hat sich auf zwei Räume aufgeteilt. Eine der beiden Teilgruppen "wandelt" Asche in Seife "um". Frau Bartke, Leiterin dieser Teilgruppe, antwortet auf unsere Frage, wie die Produktion der Seife im Einzelnen abläuft, folgendermaßen:

"Wir haben Holzasche genommen und mit heißem Wasser übergossen (1). Dann haben wir dies für längere Zeit stehen gelassen, sodass sich alle löslichen Bestandteile im Wasser auflösen. Später wurde die Asche zwei Mal filtriert, sodass man durch das Filtrat durchschauen kann, da keine festen Bestandteile mehr vorhanden sind (2). Diese würden sonst in der Lösung schweben und sie milchig machen. So sieht man, dass die Lösung gefärbt ist. Das bedeutet, dass die Pottasche sowie weitere gelöste Bestandteile darin aufgelöst sind. Diese muss man nun voneinander trennen, daher haben wir es eingedampft. Hier sieht man die Substanz nach der Eindampfung (3). Da das Wasser verdunstet ist, ist aus der Lösung jetzt ein gelblicher Feststoff geworden, und da Pottasche (Caliumcarbonat) eigentlich weiß ist, haben wir es weiter bearbeitet und sehr stark erhitzt (4). Jetzt müssen wir es noch einmal mit Wasser übergießen und auskristallisieren lassen. Die Stoffe, die nicht Pottasche sind, kristallisieren leichter und schneller aus als die Pottasche. Diese kristallisiert erst ganz zum Schluss aus. Das geht dann schrittweise und man muss es über Nacht stehen lassen. Während der Projekttage haben wir jedoch wenig Zeit, daher arbeiten wir heute schon mit fertiger Pottasche weiter und machen daraus Seife. Die Seife macht man, indem man Caliumcarbonat mit einem Öl zusammengibt und das dann stark erhitzt. Es kommt noch ein wenig Ethanol dazu, was sehr stark erhitzt wird, woraus Seife entsteht. Wenn wir Pottasche nehmen, wird die Seife schmierig, und wenn wir Soda (Natriumcarbonat) nehmen, wird es eine festere Seife, auch wenn man das nicht sofort sieht. Sie muss nämlich noch nachtrocknen."

Wir sind beeindruckt und befragen nun Maria aus Klasse 9 zu dem Projektthema. Zu der Frage, womit sie sich hier beschäftigt und was das Ganze mit Ovid zu tun hat, gibt sie folgende Antwort:

"Im Grunde geht es ja um Ovid und er hat nicht nur über Sagen und Mythen geschrieben, sondern auch indirekt über Dinge mit chemischen Reaktionen. Also, Metamorphose heißt hier so etwas wie Veränderung oder Entwicklung und die Chemie hat ja stark zur menschlichen Entwicklung beigetragen, wie z. B. durch die Herstellung von Seife, weil es mit Hygiene zu tun hat. Ovid hat Hygieneprodukte in einigen seiner Texte erwähnt (z. B. in der Ars amatoria oder in De medicamine faciei) und wir haben uns deshalb erkundigt, wie Seife eigentlich früher hergestellt wurde. In meiner Gruppe bearbeiten wir gerade das Thema "Schmierseife". Bis zum 19. Jahrhundert war Seife nie wirklich in Produktion. Das hängt damit zusammen, dass Seife vor 2500 Jahren zwar schon als Rezept von alten Kulturen aufgeschrieben wurde, aber es hat sich nicht als Reinigungsmittel durchgesetzt, da die Methode sehr zeitaufwendig und anstrengend war. Erst ab dem 19. Jahrhundert hat ein Wissenschaftler eine einfachere Methode zur Seifenherstellung gefunden. Dadurch wurde immer mehr Seife produziert."

Die nächste Frage war, welche Schwierigkeiten die Schülerin hatte, wie sie diese bewältigte und welche Meinung sie zum Projekt selbst hatte:

"So richtig haben wir keine Schwierigkeiten, es ist nur der Zeitmangel, der stört. Wir haben nämlich schon fast rohe Pottasche hergestellt, aber diese können wir noch nicht verwenden und müssen bereits bearbeitete rohe Pottasche nehmen, da wir unsere Pottasche einige Tage lang stehen lassen müssen. Zeitlich würden wir dies nicht bis zur Vorführung schaffen. Wir mischen es nach einem neuen Rezept, denn beim alten Rezept hätte man 15 Stunden lang rühren und es zwei Wochen stehen lassen müssen. Mit der neuen Methode brauchen mir nur einige Minuten.

Das Projekt gefällt mir, weil ich etwas über die menschliche Geschichte erfahre, aber es ist auch spannend und besser, als bei einfachen Versuchen zuzusehen, und man lernt mehrere neue Stoffe kennen. Einige dieser Stoffe sind etwas gefährlicher, was es auch interessanter macht. Natürlich sind sie nicht zu gefährlich, da auch Siebtklässler dabei sind, die noch nie Chemieunterricht hatten. Es ist mal etwas anderes und weckt das Interesse."

Das bei dem Projekt entstandene Endprodukt ist die schmierige Seife, welche die Schüler zum Überprüfen zusammen mit Wasser und einem schmutzigen Tuch zum Waschen bei Hitze in einen großen Erlenmeyer-Kolben gegeben haben. Beim Erhitzen der Flüssigkeit mit dem Tuch entstand Schaum, das Wasser wurde trüber und das vorher schmutzige Tuch gereinigt. Dies zeigte also, dass die Seife als richtiges Reinigungsmittel fungieren kann.

Auch in der anderen Teilgruppe stellen wir einem Schüler, Emil aus Klasse 8, einige Fragen. Wir wollen wissen, womit er sich in diesem Projekt beschäftigt, was es mit Ovid zu tun hat und wie seine eigene Meinung zu diesem Projekt war:

"Also, in diesem Projekt geht es um Metamorphosen in der Chemie, d. h. um Umwandlungen von Stoffen. Wir haben uns in zwei Gruppen geteilt, bei der die eine Gruppe aus Asche Seife macht, was auch eine Umwandlung ist, Unsere Gruppe untersucht noch andere Reaktionen, welche ebenso Umwandlungen sind. Wir beschäftigen uns mit dem Berliner Blau, eine Flüssigkeit, die sich blau färben kann und danach geben wir auch noch Silbernitrat dazu, weshalb es sich weiß färbt. ... Ich hab es mir am Anfang bisschen anders vorgestellt, aber es macht eigentlich auch so ziemlich Spaß."

Text: Alisa Hadeev, Anna Sadova, Klasse 9c (Schuljahr 2016/17)

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