2000 Jahre Ovid

Die Römerzeitung

Ein Einblick in den Alltag zu Zeiten Ovids

Auch heute noch bietet die Tageszeitung einen Einblick in den Alltag unserer Zivilisation. Sie bietet eine bunte Mischung aus Ereignissen, Politik, Sport und Kultur. Allein die erste Seite informiert einen gut über die wichtigsten Ereignisse des Tages: Wer ist gestorben, was ist passiert und welchen Film sollte man sich unbedingt noch anschauen? Im Rahmen unserer Ovid-Projekttage erstellt die Projektgruppe "Römerzeitung" eine Zeitung wie sie zu Lebzeiten Ovids in Rom erschienen sein könnte, ganz konkret zum Zeitpunkt seiner Verbannung.

Beim Betreten des Raumes waren wir uns zunächst nicht ganz sicher, ob wir wirklich im richtigen Raum sind. Es wirkte viel zu still für ein Unterstufenprojekt. Die Fünft- und Sechstklässler saßen an Gruppentischen und tüftelten konzentriert an ihren Artikeln. Herr Krannich und Frau Neuß, die betreuenden Lehrer, ließen sie eigenständig arbeiten und beantworteten nur ab und zu ein paar Fragen. Als wir Herrn Krannich nach der Arbeitsatmosphäre fragten, sagte er: "Es gefällt mir sehr gut, die Schüler arbeiten gut mit. Ich dachte, dass es vielleicht schwierig wird, weil sie doch ein bisschen jung sind, aber sie arbeiten sehr konzentriert."

Jede der Kleingruppen arbeitet an unterschiedlichen Artikeln für die Zeitung, denn wie in modernen Zeitungen soll die Römerzeitung alle Bereiche des Alltags abdecken. Während also eine Gruppe Artikel über Wagenrennen und Zirkusspielen schreibt und so die Sportrubrik füllt, beschäftigt sich eine andere Gruppe mit Politik, genauer gesagt mit dem Streit um die Nachfolge des Kaisers Augustus.

Außer dass Ovid von Augustus verbannt wurde, habe ihr Artikel eigentlich nichts mit Ovid zu tun, berichtete uns Annabella (5. Klasse). Trotzdem gab es am Anfang des Projekts erst einmal einen kleinen Vortrag über Ovid, bei dem die Schüler viel gelernt haben. Vor dem Projekt wussten einige zwar, dass er der Autor der Metamorphosen war, den meisten aber war Ovid ein Fremdwort. Mustafa (6. Klasse) antwortete auf die Frage, was er gelernt habe: "Dass Ovid verbannt wurde, wahrscheinlich weil er Augustus kritisiert hat. Weil er immer seine Meinung gesagt hat. Augustus wollte, dass man nur Gutes über ihn schreibt, aber Ovid hat das nicht gemacht." Ein Artikel über Ovids Verbannung ist daher auch in Arbeit.

Probleme schien es nicht zu geben, nur mehr Zeit hätte die Projektatmosphäre perfekt gemacht. Während eine Gruppe zum Zeitpunkt unseres Interviews bereits fertig war, wirkten andere Gruppen teilweise gestresst. Als wir einen Teil der fertigen Gruppe (Annabella, Nina und Mia aus der 5. Jahrgangsstufe) beim ihrer Pause störten, erzählten sie uns: "Wir hoffen, dass alle Projekte fertig werden, weil wir zwar schon fertig sind, alleine die Zeitung aber nicht herausbringen können." Die Projektgruppe möchte die Römerzeitung nämlich auf dem Schulfest zum Verkauf anbieten.

Obwohl die Schüler den größten Teil der Arbeit alleine machten, wirkten die Lehrer doch sehr engagiert. Herr Krannich beschrieb ihre Rolle auf Nachfrage als die von Moderatoren und Designern.

Ob das Projekt eine Generation von begeisterten Ovid-Lesern heranzieht, ist noch unklar. Es hat aber auf jeden Fall dazu beigetragen, Ovid den Schülern näherzubringen. Fast alle bejahten, dass sie Ovid jetzt interessanter fänden. Selbst die Lehrer scheinen im Rahmen der Projektwoche etwas Neues gelernt zu haben. Herr Kranich berichtete uns, dass er zu seiner Schulzeit eigentlich nichts über Ovid erfahren habe und die Projekttage ihn mit Ovid vertrauter machten. Nun ist zu hoffen, dass die Zeitung der Verkaufsschlager des Schulfesst wird und so noch mehr Menschen begeistern kann, denn für 2 Euro ist sie ein wahres Schnäppchen!

Vorab darf man schon einmal in einen Auszug aus der Römerzeitung hineinschnuppern.

Text: Tabea Seidenkranz, Klasse 10.2; Valeria Wallat, Klasse 10.1 (Schuljahr 2016/17)

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