2000 Jahre Ovid

Ovid - Magier der Moderne

"Ovid – ein Magier der Moderne", mit diesem Titel überschrieb die Professorin Melanie Möller, die Germanistik, Geschichte und Latinistik studierte und nun an der FU Berlin lehrt, ihren Vortrag, den sie am 12. Juli 2017, am Abend des ersten Projekttags in der Aula hielt. Ich bin mit der Vorstellung zu diesem Vortrag gekommen, einige interessante "Hintergrundfakten" über Ovid und seine Werke erfahren zu können.

Zum Auftakt erklang "Für Elise" von Ludwig van Beethoven, gespielt von Emil Heck (Klasse 8a). Zur Einleitung sprachen Herr Dr. Bernhardt für den Fachbereich Alte Sprachen und Herr Semler, Vorsitzender der GEV, einige Worte. Durch eine kleine Ansprache von Herrn Wenzel (FB Alte Sprachen) erfuhren wir, wie es zu den Projekttagen und zu diesem Vortragsabend gekommen war; auch die Rednerin wurde genauer vorgestellt. Anschließend spielte Remy Zeng (Klasse 8c) passend zum trüben Wetter das Stück "November" von Wolfgang Fuchs. Nachdem uns allen eine "musenreiche Zeit" gewünscht worden war, trat Frau Möller nach vorne ans Pult und begann mit ihrem Vortrag.

Zuerst nannte sie allgemeine biographische Fakten, die man über Ovid wissen sollte. Sie schwärmte von seinen Werken, die oft wie eine Art wissenschaftliche Studie oder ein Ratgeber aufgebaut waren, wie z. B. die Ars amatoria, die wegen ihrer Verführungstipps wahrscheinlich ein Grund für seine Verbannung waren. Danach sprach sie über seine Exilliteratur, die aber nicht wirklich als solche bezeichnet werden kann, da viele Forscher vermuten, dass seine Exilzeit gar nicht so strapazenreich war, wie er es oft behauptete. Da Ovid zu der Zeit berühmt wie ein Popstar war, hätte es bestimmt Proteste gegen eine Verbannung gegeben.

Ohnehin dürfe man, so Frau Möller nicht alles glauben, was Ovid in seinen teils autobiographischen Texten geschrieben hat. In einem seiner Werke, den Amores, behauptet er zum Beispiel, dass er in einer ursprünglichen Fassung fünf Bücher geschrieben hätte, aber zwei von ihnen dann doch einfach vernichtet hätte. Historiker meinen jedoch, dass es keinerlei Beweise gebe, dass dieses zwei Bücher jemals existiert haben und dass Ovid sie nur aus dem Wunsch nach Aufmerksamkeit erfunden habe.

Im Allgemeinen kann man schon sagen, dass Ovid sich eher um das Rampenlicht und den Skandal bemühte. Denn nicht nur die Ars amatoria, sondern auch sein Werk Ibis erlangte durch seine Kuriosität Erfolg. In diesem Buch verfluchte Ovid seine Feinde, wobei er aber keine konkreten Namen nennt, was viel Raum zum Spekulieren gibt.

Zu guter Letzt befasste sich die Rednerin noch mit Ovids bekanntesten Werk, den Metamorphosen. In diesem Epos sind 250 Mythen in ca. 12.000 Versen zusammengestellt. In nahezu allen Geschichten verwandelt sich meist eine Person in etwas anderes, wie es der Werktitel ja eigentlich schon verrät. Oft ist Hochmut der Grund für die unfreiwillige Verwandlung.

Ein Satz von Frau Möller hat mich am meisten fasziniert, da er für mich eigentlich das aussagt, was Ovid so besonders macht. Denn sie meinte, dass Ovid in seinem Schaffen zwei wesentliche Dinge der modernen europäischen Kultur vereinen konnte, nämlich sozusagen die Fähigkeit, wissenschaftliche Studien zu verfassen, und sie dann auch noch in einer poetisch-kunstvollen Sprache wiederzugeben.

Meiner Meinung nach hätte sie den Aspekt des Magiers der Moderne noch vertiefen können, doch verstehe ich schon, dass man ihn auf jeden Fall als Magier der Worte bezeichnen kann.

Im Anschluss an den Vortrag beantwortete Frau Möller noch einige Fragen der Zuhörer. Samuel Barats (Klasse 9a) beendete den interessanten Abend mit den "Variationen zu einem Thema von Paganini" von Isaac Berkovich.

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Professorin Möller im Scriptorium Professorin Möller im Scriptorium

Text: Tabea Seidenkranz, Klasse 10.2 (Schuljahr 2016/17)
Fotos: Fr. Dr. Weber (Schuljahr 2016/17)

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