2000 Jahre Ovid

Mathematische Metamorphosen

Ovid und Mathematik - auf den ersten Blick scheint es da keinen gemeinsamen Nenner zu geben.

In Ovids Metamorphosen entstand aus dem Chaos die Welt, genau das versuchen auch die Teilnehmer des Mathematikprojektes. Sie lassen mithilfe von mathematischen Formeln aus dem Chaos der unendlichen Zahlen eindrucksvolle Grafiken entstehen. Diese Darstellungen nennt man auch Fraktale. Seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts versuchen Mathematiker dieses Phänomen zu ergründen. Weil man auf Wissen von teils höchster Mathematik zurückgreifen müsste, um in die Materie dieses Gebietes eintauchen zu können, wurden uns und auch den Teilnehmern dieses Kurses nur die Grundlagen beigebracht.

Hier sieht man ein typisches Bild einer Fraktal-Grafik. Die Schüler haben hier versucht eine Schnecke darzustellen:

Schnecke

Die unterschiedlichen Farben haben natürlich auch eine Bedeutung. Der schwarze Teil in der Mitte stellt Zahlen dar, die niemals bis in das Unendliche reichen werden. Die rote Fläche zeigt Zahlen, die sich langsam in die Unendlichkeit entwickeln und dies steigert sich dann immer mehr, je weiter man nach außen kommt. Und so entstehen dann aus einem mathematischen Algorithmus geometrische Figuren, die unterschiedlichste Formen annehmen können. Dabei muss man nur einmal den gewünschten Algorithmus in das Mathematikprogramm Geogebra eingeben und ihn danach immer wieder kopieren und kann so unendliche Gebilde kreieren.

Text und Bild: Tabea Seidenkranz, Klasse 10.2 (Schuljahr 2016/17)

Zwei Schüler und zwei Lehrer der Gruppe erklären nun in eigenen Texten, welchen Bezug es zwischen den Metamorphosen Ovids und der Mathematik der Fraktale gibt, was Fraktale eigentlich sind, wie man Fraktale erstellt und was die ästhetische Faszination von Fraktalen ausmacht.

Dazu präsentieren sie ihre kunstvollen Ergebnisse: Bilder von Fraktalen, die mit den Programmen bzw. Programmiersprachen Geogebra und Javascript erstellt worden sind.

erstellt von Fr...
erstellt von Frank Ruhnke, 9b erstellt von Frank Ruhnke, 9b
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erstellt von Emmanuel Naumann, 2. Sem. erstellt von Emmanuel Naumann, 2. Sem.
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erstellt von Benjamin Hahn, 2. Sem. erstellt von Benjamin Hahn, 2. Sem.
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erstellt von Leander Dittrich, 8c erstellt von Leander Dittrich, 8c

Backstage - die Dokumentationsgruppe

Die Dokumentationsgruppe ist ein besonderes Projekt, weil man die Möglichkeit hatte, im Laufe der drei Projekttage die Verwandlung jedes Projektes mitzuerleben.

Zur Vorbereitung beschäftigten wir uns mit verschiedenen journalistischen Darstellungsformen und überlegten, wie man ein Interview so führt, dass man möglichst viele Informationen erhält. Anschließend bekamen wir zur Übung die Aufgabe, einen Text über Ovid in unterschiedlichen Darstellungsformen zu schreiben. Zur Auswahl der Darstellungsformen standen ein Nachruf auf Ovid, eine Autobiografie von Ovid in Jugendsprache zu schreiben (Gangster Ovid; Famer-Boy Ovid) oder ein fiktives Interview mit Ovid zu führen.

Das Ziel dieses Projektes ist es, den Außenstehenden, die auf der Homepage unserer Schule gelangen, zum einen einige Informationen über Ovid zu bieten, vor allem aber einen Einblick in die Projekte zu ermöglichen und die Projekttage in Text und Bild zu verewigen.

 Hochkonzentrierte Onlineredaktion

Es ist zwar nicht mein Erstwunsch gewesen, bei diesem Projekt mitzumachen; mein Erstwunsch war es, Kostüme selbst zu gestalten, da ich auch in meiner Freizeit viel mit Kunst zu tun habe. Dennoch hat es mich erfreut, bei diesem Projekt mitzumachen, und es war neu für mich, Berichte, Reportagen und Interviews zu schreiben, da ich in meiner Freizeit gern andere Sachen zu Papier bringe. Doch war auch meine Motivation, über Projekten zu schreiben sehr hoch, was mich selbst überrascht hat.

Text: Alexandra Migaceva, Klasse 10.1 (Schuljahr 2016/17)
Bild: Frau Dr. Weber (Schuljahr 2016/17)

Anm. d. Red.: Ein Riesendankeschön an die Dokumentationsgruppe, die drei Tage unermüdlich Informationen beschafft sowie höchst konzentriert und produktiv an ihren Texten gearbeitet hat.

"Alter Falter" - Ovid und die Biologie

Ovid als Schatzkammer für die biologische Nomenklatur

Ovids Wirken im Bereich der Literatur ist unumstritten, doch Wenige wissen, dass er auch Kulturbereiche wie die Naturwissenschaft stark beeinflusste. Deshalb hat sich das Projekt "Ovid als Schatzkammer für biologische Nomenklatur" auf die Fahnen geschrieben, den Blick auf Ovid zu weiten.

Die Atmosphäre des Projekts könnte man am besten als entspannte Konzentration beschreiben. Die Motivation der Schüler trägt dazu definitiv maßgeblich bei. So gaben zum Beispiel zwei Schülerinnen, Selin und Vedia (10. Jahrgangsstufe) als Grund für die Wahl des Projekts an: "Mit Herrn Humar und Herrn Trenz macht das sehr viel Spaß. Wir dachten, diese Lehrerkombination ist gut zum Lernen, denn das sind einfach zwei sehr gute Lehrer.“

Auf den ersten Blick merkte man gar nicht, dass in der Klasse gerade ein Lehrer war. Es wundert also wenig, dass die Schüler uns die Beziehung als freundschaftlich beschrieben.

Aber es wurde noch verwunderlicher. Von Herrn Humar erfuhren wir, dass sich die Menschen bei der Benennung von Lebewesen schon seit der Renaissance bei Ovid bedienten. Ovid scheint also im wahrsten Sinne des Wortes eine Schatzkammer für die Nomenklatur zu sein. Auch die Schüler schienen begeistert. Es gab mehrere Kleingruppen, die an unterschiedlichen Plakaten arbeiteten.

Kreativgruppe
Kreativgruppe Kreativgruppe
Diskussion über...
Diskussion über die Narzisse Diskussion über die Narzisse
Recherche zu In...
Recherche zu Inachus Io Recherche zu Inachus Io

Eine der Gruppen beschäftigte sich gerade mit einem Falter. Federico (10. Klasse) erklärte uns den Zusammenhang mit Ovid: "Ovid hat in den Metamorphosen Personen beschrieben, wie zum Beispiel die Tochter des Inachus und jetzt gibt es auch einen Falter, der Inachus heißt; der sieht auch so aus wie die Tochter des Inachus." Genauer gesagt hat der Falter ein Muster auf seinen Flügeln, das einem Kuhauge ähnelt. Da die Tochter des Inachus in eine Kuh verwandelt wurde, passt der Name natürlich wie die Faust aufs Auge.

Neben einem differenzierteren Blick auf Ovids Werke erlangen die Schüler im Projekt auch entscheidende Fähigkeiten für das spätere Berufsleben. Herr Humar erklärte uns im Interview: "Ich versuche mich in dem Projekt sehr zurückzuhalten, sodass die Schüler möglichst selbstständig arbeiten, weil so ein Projekt dazu beiträgt, dass Schüler selber lernen zu arbeiten und sich ein bisschen der Unterrichtscharakter verliert.“

Diese Art der Projektführung war definitiv erfolgreich, denn die Schüler erzählten uns, dass das Projekt problemlos verlaufen sei. Hat sich nun auch der Blick der Schüler auf die Nomenklatur im Allgemeinen oder vielleicht sogar auf die Lebewesen im Speziellen verändert? Herr Humar antwortete uns auf diese Frage, dass das neue erlangte Wissen vielleicht nicht den Blick auf den Einzelfall, sondern einfach den Blick auf Ovid verändere, da dieser eine enorme Wirkungskraft in der Geistesgeschichte gehabt habe. Nicht nur literaturhistorisch oder literaturtheoretisch, sondern wirklich auch praktisch. Durch die vielen verschiedenen Projekte, die bei den Projekttagen angeboten würden, erlangten die Schüler ein unglaubliches Portfolio, wo Ovid überall eine Rolle spiele.

Wir konnten davon schon nach unserem kurzen Besuch eine Menge spüren. Unsere Sicht auf Ovid hatte sich verändert. Um jedoch einen tieferen Einblick in die Materie zu bekommen, sollte man unbedingt die Präsentationen der Schüler auf dem Schulfest besuchen. Man findet die Projektgruppe im Biologieraum, wo sie um 9:45, 10:45 und 11:45 Uhr ihre Plakate präsentieren wird. Auch diese Präsentationen erfüllen einen pädagogischen Zweck. Die Schüler sollen erleben, dass ihr Produkt gewertschätzt wird und sie etwas Sinnvolles erarbeitet haben.

Wer also Ovid einmal außerhalb des literarischen Bereichs kennenlernen möchte, sollte die Präsentation des Biologieprojekts besuchen.

Daphne
Daphne Daphne
Hyacinthus
Hyacinthus Hyacinthus
Narcissus
Narcissus Narcissus
Andromeda
Andromeda Andromeda
Io
Io Io
Python
Python Python

Text: Alexandra Migaceva, Klasse 10.1; Valeria Wallat, Klasse 10.2 (Schuljahr 2016/17)
Bilder: Frau Dr. Weber (Schuljahr 2016/17)

 

Schönheit und Liebe

Liebe in Mythos und Philosophie

Muss ich schön sein, um geliebt zu werden? Was bedeutet Schönheit? Wer bestimmt, was schön ist?

Diese und viele andere Fragen stellte sich die Gruppe von Frau Zylberberg und Herrn Kupfer, in der es darum geht, verschiedene Fragen zum Thema Liebe, Philosophie und Mythos zu formulieren und diese später zu klären.

Dabei haben insgesamt 20 Schülerinnen und Schüler in zwei Gruppen die Chance, ihre eigenen Ideen, Vorschläge und Wünsche zu äußern und diese gemeinsam mit ihrer Gruppe zu besprechen.

"Zuerst klärten wir für alle, was die Begriffe Mythos, Philosophie und Liebe überhaupt bedeuten", so Mirza aus dem 2.Semester zur Frage nach dem Einstieg in das Projekt. "Später schauten wir den Film „Pretty Woman“ an, in dem uns vor allem der Begriff "Liebe" verdeutlicht wurde.“

Am zweiten Tag des Projekts wurden weitere Fragen geklärt, wie beispielsweise: „Welche Rolle spielt die künstliche Verschönerung des Körpers für die Liebe?“ Dabei wurde anhand des Filmes "Bad Teacher" von Frau Zylberberg der Einstieg in diese Thematik geboten. Die Schüler und Schülerinnen der Jahrgangsstufen 10 und 11 diskutierten diese Frage, brachten ihre eigenen Ideen ein und waren sehr aktiv im Gespräch, aus dem heraus ein gemeinsam erstelltes Tafelbild entstand. Viele verschiedene Aspekte und Ansichten wurden kritisch betrachtet, um die Ausgangsfrage beantworten zu können. „Wenn das Innere zusammenpasst, kann das Äußerliche mit Mängeln behaftet sein. Makel beeinflussen die Liebe nicht, wenn sie schuldlos zustande kommen“, war ein Ergebnis der Diskussion.

„Am Freitag werden Produkte, also eigene Liebesmythen, zu der Thematik, die wir behandeln, von den Schülern erstellt, beispielsweise als Fotoroman oder Rap“, berichtete Frau Zylberberg. Diese werden beim Sommerfest von den Schülern vorgestellt.

Text: Vivien Scholtyssek, Klasse 9b (Schuljahr 2016/17)

Stop-Motion

Stop-Motion-Filme: Die Metamorphosen Ovids in der Kunst und Biologie

"Wo ist denn euer Presseausweis?“, fragt man uns scherzhaft, als wir den Physikraum betreten wollen, um das Stop-Motion-Film-Projekt zu besuchen. In diesem erstellen Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe zusammen mit Frau Manhart und Frau Raptis sogenannte "Stop-Motion-Filme".

Auf die zwei Physikräume verteilt sitzen die Schüler in kleinen Gruppen an Tischen und basteln an Hintergründen, formen Figuren aus Knete und zeichnen. Nina und Sophie aus der 9b stellen uns z.B. ihren Hund aus Knete vor. Ihre Aufgabe ist es, verschiedene Bilder zu erstellen, die dann aneinander gereiht einen Film bilden. Möglich gemacht wird das durch eine App, die alle Schüler zuvor auf ihren Smartphones installiert haben.

Ein Stop-Motion-Film besteht wie ein richtiger Film aus vielen einzelnen Bildern von unbewegten Objekten, die sich nur minimal voneinander unterscheiden - z. B. verändert sich eine Armhaltung - und schnell hintereinander abgespielt eine Bewegung simulieren. Jede Gruppe soll bis zum Ende zwei bis drei Kurzfilme erstellt haben.

"Einer davon ist zum Thema "Metamorphosen bei Ovid", d. h. Metamorphosen, die in den Geschichten Ovids tatsächlich stattfinden oder dargestellt werden", erklärt uns Frau Raptis. Ein anderer Film soll sich mit den Metamorphosen in der Biologie auseinandersetzen und das Thema des letzten Films ist frei wählbar.

Ovidische Themen waren unter anderem der Mythos von Daphne, die in einen Lorbeerbaum verwandelt wurde, von Narcissus, der sich in die gleichnamige Blume verwandelte, oder von Midas, dessen Berührungen alles zu Gold werden ließen. Bei den biologischen Metamorphosen stellt Ege aus der 7c in einem seiner Werke beispielsweise die Entwicklung des Maikäfers dar, andere zeigen die Verwandlung eines Schmetterlings oder eines Froschs. Bei den freien Themen wird man sehen, was alles aus einem Schwein, einem Smiley oder einem Pinguin werden kann.

Eine Auswahl an verschiedenen Stop-Motion-Filmen ist in der folgenden Playlist "Schüler-Trickfilme zur Ovid-Projektwoche 2017" auf dem Goethe-Videochannel bei YouTube zu sehen:

Die leitenden Lehrerinnen erhoffen sich, dass die Schüler auch nach dem Projekt die Stop-Motion-Technik für eigene Animationen nutzen. Die befragten Teilnehmer bestätigten, dass sie schon einiges über diese Technik gelernt haben.

Text: Carlou Kayser, Moritz Schelten, 2. Semester (Schuljahr 2016/17)

Sintflut und Klimawandel

Auf dem Tisch: Ein langgestrecktes blaues Plakat. Die Schüler der Projektgruppe stehen darum herum und sind damit beschäftigt, Häuser und Bauwerke, Fische und andere Meerestiere auf den blauen Untergrund aufzukleben. Wir wollen in Erfahrung bringen, was es damit auf sich hat und stellen Armin, Klasse 8, und Umeyr, Klasse 7, einige Fragen.

Die erste Frage zielt auf den Inhalt des Projekts und wir erhalten folgende Antwort:

"Wir haben uns mit der Sintflut und dem Klimawandel auseinandergesetzt. Klimawandel findet statt, wenn sich das Klima in verschiedenen Regionen verändert, sodass es einen Effekt auf die Umgebung hat, was Naturkatastrophen auslösen kann. So können beispielsweise Gletscher schmelzen, eine Flut hervorrufen und somit den Meeresspiegel erhöhen. Bei einer Überflutung kommen viele Lebewesen ums Leben oder sind dazu gezwungen, ihre Heimat zu verlassen und auszuwandern. Wir haben uns darüber unterhalten, wie das Klima früher war und was passieren würde, wenn heute eine Sintflut eintreten würde. Von dieser Sintflut haben wir ein Plakat angefertigt, welches wir später präsentieren werden."

Sintflut in Berlin

Wir wollen nun auch wissen, was das Projekt überhaupt mit Ovid zu tun hat und wie den Schülern das Projekt gefällt. Die Antwort lautet folgendermaßen:

"Wir haben ein wenig über Ovid erzählt bekommen, woraus wir dann schließen konnten, dass Ovid in seinen Metamorphosen die Sintflut in der Vorzeit erwähnt hatte; nur Deukalion und Pyrrha überlebten diese Flut und schaffen neue Menschen, indem sie Steine über ihre Schulter werfen. Außerdem sprachen wir über die in der Bibel dargestellte Sintflut, wo Noah wenige Menschen und Tiere, die überlebt hatten, auf die Arche brachte. Uns hat das Projekt sehr gefallen und wir haben auch aktiv mitgemacht; dabei haben wir etwas über Ovid, die Sintflut und den Klimawandel erfahren."

Text: Alisa Hadeev, Anna Sadova, Klasse 9c (Schuljahr 2016/17)

Mit Ovid durchs Jahr

Die Fasti, Ovids Lehrgedicht über römische Feste und ihre mythologischen Hintergründe, bilden die Grundlage, für die Erstellung von Monatskalendern unter der Überschrift "Mit Ovid durchs Jahr". Da Ovid aber nur die ersten sechs Monate des Jahres vollendet hat, werden in der zweiten Hälfte Textausschnitte aus anderen Werken Ovids verwendet, wie z. B. aus den Tristien oder den Epistulae ex Ponto. Die ausgewählten Texte werden zeichnerisch oder als Collage umgesetzt. Die Kalenderblätter sollen in Schwarzweißkopie zusammengeheftet und für zwei Wertcoupons auf dem Schulfest verkauft werden.

Hier ist eine Auswahl an Kalenderblättern in Farbe zu bewundern:

Mit Ovid durchs...
Mit Ovid durchs Jahr Mit Ovid durchs Jahr
Ianuarius
Ianuarius Ianuarius
Februarius
Februarius Februarius
Martius
Martius Martius
Aprilis
Aprilis Aprilis
Maius
Maius Maius
Iulius
Iulius Iulius
Augustus
Augustus Augustus
September
September September
October
October October
November
November November
December
December December

Text: Cem Berk Arkar (Schuljahr 2016/17)
Bilder: Frau Dr. Weber (Schuljahr 2016/17)

Die Stoffbändiger

Als wir in den großen Kunstraum kamen, waren alle ganz vertieft in ihre Arbeit. Einige arbeiteten alleine, doch die meisten diskutierten ganz angeregt miteinander.

Diese Projektgruppe hat aber auch eine sehr wichtige Aufgabe. Sie gestaltet nämlich die Kostüme und einen Teil der Kulissen für die Theaterszenen aus Shakespeare's "Sommernachtstraum" (Projekt "Playing with Ovid and Shakespeare"), die ebenfalls an diesen Projekttagen erarbeitet werden. Alle Kostüme sollen von Hand genäht und nach Vorlieben der Schüler gestaltet werden. Die Hauptbestandteile der Kostüme sind dabei eigentlich nur Stoff, Gips, Papier. Hinzu kommt ganz viel Fingerspitzengefühl. Denn es ist gar nicht so einfach, ohne wirkliche Vorkenntnisse gleich ein tragbares Kostüm herzustellen, wie uns Leon (Klasse 10) erzählt.

Außerdem fanden die Projektteilnehmer es auch schwierig, Ideen für das Aussehen der Kostüme zu entwickeln. Dafür haben sie sich erst einmal mit den Originaltexten von Ovid und Shakespeare befasst und versucht, sich in den Skizzen auch an die Vorgaben aus den Texten zu halten, ohne sich aber von ihren eigenen Wünschen abbringen zu lassen. „Und danach haben wir einfach mal losgelegt“, erklärt Lilly aus der 10. Klasse, während sie versuchte den hartnäckigen Stoff ihres Thisbekostüms zu bändigen. Sie und ein paar Freundinnen sind für dieses Kostüm verantwortlich. Hierbei ist die Herausforderung, dass es eigentlich aus zwei Teilen besteht. Denn im ersten Teil der Aufführung werden alle Schauspieler als Handwerker verkleidet sein und ihre Rollen spielen. Und erst im Laufe des Stückes legen sie ihre vornehmen Gewänder an. Deshalb mussten an dem schlichten weißen Hemd Knöpfe befestigt werden, damit das Umziehen ganz schnell geht und in der Aufführung keine sinnlosen Pausen entstehen.

Zu nähen waren die Kostüme für die Rolle der Thisbe, des Pyramus, des Löwen, des Mondes und für die skurrile Rolle der Wand. Eine weitere Herausforderung für die Kostümbildner ist es, die Kostüme in Einheitsgrößen herzustellen, da die einzelnen Rollen in den mehrfachen Aufführungen jeweils von anderen Darstellern gespielt werden.

Zwischendurch wirkten einige Schüler tatsächlich etwas ratlos, doch bin ich mir sicher, dass die Aufführung der Theatergruppe mit diesen Kostümen ein Erfolg werden wird.

Skizze für Kost...
Skizze für Kostüm der Thisbe Skizze für Kostüm der Thisbe
Stoffauswahl
Stoffauswahl Stoffauswahl
Funktioniert di...
Funktioniert die Nähmaschine etwa nicht? Funktioniert die Nähmaschine etwa nicht?
Nähmaschine fun...
Nähmaschine funktioniert doch Nähmaschine funktioniert doch
Skizze für Löwe...
Skizze für Löwenmaske Skizze für Löwenmaske
Ausschneiden de...
Ausschneiden der Löwenmaske Ausschneiden der Löwenmaske
Löwenmaske pass...
Löwenmaske passt Löwenmaske passt

Text: Tabea Seidenkranz, Klasse 10.2 (Schuljahr 2016/17)
Bilder: Frau Dr. Weber (Schuljahr 2016/17)

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