Famer-Boy Ovid

Hi, ich bin's, Ovid!

Früher war mein Hobby, lustige Gedichte zu schreiben. Mein Motto war: Mit Liebesgedichten kannst du nichts falsch machen.

Hier noch'n paar Infos, damit du weißt, mit wem du es hier zu tun hast: Ich bin in einem kleinen Kaff in der Nähe von Rom geboren, vielleicht kennst du es ja, Sulmo. Mein Alter geht euch ja eigentlich nichts an, aber damit ihr nicht länger nervt, es war im Jahr 43 v. Chr. Wir hatten ganz schön viel Kohle zu der Zeit. Leider hatte ich einen älteren Bruder.

Ich war aber immer der rebellische Bruder. Ich wollte schon immer lieber Schriftsteller werden und nicht, wie meine Eltern meinten, mir einen richtigen Job suchen. Denn mein Können war so brilliant, dass ich einfach dichten musste. Als wir eigentlich die Freiheit des Erwachsenseins hätten genießen können, zog's mein Bruder vor, sich die Radeischen von unten anzugucken. Irgendwie vermisse ich den Typen schon.

Ich habe versucht seinen Job zu übernehmen, aber das viele Reden war dann doch zu anstrengend. Nicht nur das lange Stehen war mir zu nervig, ich glaube ich war auch einfach zu faul für diesen Job

Neben mir gab es auch noch ein paar andere ganz gute Dichter. Macer stand eher so auf freakige Tiergeschichten, mein Freund Properz nervte mich manchmal mit seinen Schnulzen, war aber trotzdem ein guter Kumpel. Horaz war echt abgefahren mit seiner Sprache. Vergil und Tibull waren wahrscheinlich auch ganz gut, doch kamen sie nicht in den Genuss, mich kennenzulernen. Ich bin vielleicht der Jüngste, aber trotzdem der Beste. Schon als Teenie habe ich den anderen meine Gedichte vorgelesen. Meine erste Liebe, die ich bedichtet habe, hieß Corinna, aber das ist natürlich nur ein Fake-Name. Viele meiner Werke habe ich gleich verbrannt, weil ich sie einfach Scheiße fand.

Ich war zwar nur dreimal verheiratet, doch habe ich zu einer kurzen Affäre nie Nein gesagt. Meine erste Frau war nicht gerade ein Sechser im Lotto, die zweite war schon besser, aber die ist dann schon bald wieder abhanden gekommen, die letzte war ein Glücksgriff.

Kurz vor meiner Verbannung nach Rumänien starben meine Eltern. Zum Glück haben sie nicht mitgekriegt, wie ich auf die schiefe Bahn geraten bin. Ok, ich weiche vom Thema ab, zurück zu mir.

Dass ich verbannt wurde, war nicht meine Schuld. Aber der echte Grund ist Top Secret. Man kann nicht sagen, dass ich wie ein Angsthase weggerannt bin, aber lustig war die Sache nicht. Ich irrte eine ganze Weile herum und war bei einigen Prügeleien dabei. Schließlich kam ich ans Schwarze Meer. Hier gibt es leider kein Schwein, das meine Gedichte bewundern könnte. Trotzdem schreibe ich weiter. Die Frauen dort inspirieren mich sehr. Ich bin jetzt schon der größte Dichter des Jahrhunderts. Jeder auf der Welt kennt meinen Namen und das wird auch immer so bleiben.

Euer Famer Boy Ovid.

Text: Cem Arkar, Tabea Seidenkranz, Valeria Wallat, alle Klasse 10 (Schuljahr 2016/17)