Konzerte im "Schlot"

Ein Jahreshighlight für die Jazz-AG

Wie stets in den vergangenen Jahren spielten die Big Bands unserer Schule auch in diesem Winter Konzerte im Jazzkeller "Schlot". Für die musizierenden Schüler ist dies stets ein Highlight des Jahres, auf einer der professionellen Jazz-Bühnen zu spielen, und für die Zuhörer die Gelegenheit, deutlich mehr Stücke der einzelnen Band in deutlich präziserer Akustik als bei den JazzNights in der Goethe-Aula zu hören. (Wer mehr zum "Schlot" und zu den Hintergründen dieser Konzerte lesen möchte, sei auf den Beitrag Goethe Goes Swing verwiesen.)

Die Unter und Mittelstufenbands, die JUNIOR JAZZ BAND und die C.O.M.B.O., teilten sich wie schon traditionell ein Programm am Abend des 28. Februar 2016. Die Juniors, unter der bewährten Leitung von Stefan Kapitzke, hatten wieder etliche ganz junge Musiker aus den 6. Klassen dabei, die erst seit der Probenfahrt im Januar Mitglied der Band sind und für die das Konzert im Schlot den ersten Auftritt darstellte. Die Band schlug sich achtbar mit ihren Repertoire-Dauerbrennern wie "Louie Louie" und "Zoot Suit Riot" ebenso wie beim Swing-Klassiker "Come fly with me"; "Viva la vida" übernahmen sie in anderem Arrangement von der C.O.M.B.O., von der wir es Wochen zuvor bei der JazzNight gehört hatten. Schön war es zudem, nach einigen Jahren einmal wieder das funkige "Bubbert goes Retro" (das auch den jungen Solisten Spaß macht) und insbesondere den Evergreen "Brazil" zu hören. Ganz besonderen Spaß verbreitete die Interpretation von Pharrell Williams' "Happy", für welches einige der gerade aus der Junior Jazz Band in die C.O.M.B.O. aufgestiegenen Musiker noch einmal mithelfen mussten – als "hand clap group" für den typischen Rhythmus des Stückes.

jjb schlot 2016

Mit viel Applaus wurden die Juniors verabschiedet, und nach der Pause im randvoll gefüllten "Schlot" bestieg die C.O.M.B.O. unter der Leitung von Christian Fischer die Bühne. Mit "Groove Broker" war der langjährige Opener der Band zurück im Repertoire – und es wurde wirklich groovig. Das Stück ist übrigens eine zeitgenössische Komposition von 2010 und hört sich doch an wie ein Klassiker – der Swing ist nicht totzukriegen. Ein musikalischer Höhepunkt des Abends war die ebenso anspruchsvolle wie gelungene Bigband-Interpretation von Nat Adderleys "Work Song". Zeitgenössische Latin-Rhythmen schlossen sich mit "Las Colinas" und "Lago Del Oeste" an, ebenso wie Jazz ("Perdido" aus dem Duke Ellington-Repertoire der 40er Jahre) und Pop der 50er (Bobby Day’s "Rockin' Robin") und der 80er ("Rosanna" von Toto). Mit der Zugabe "September", einer interessanten und sehr schwungvollen Version des Earth, Wind & Fire-Hits, ging der Abend zu Ende – mit großem Applaus für die Band und in bester Stimmung.

combo schlot 2016

Die United Big Band (UBB), die gemeinsam mit dem Arndt-Gymnasium betriebene Oberstufenband unter der Leitung von Dr. Martin Burggaller, richtete einen eigenen Abend aus, der im "Schlot" am 11. und 12. März 2016 auf die Bühne kam. Der Abend war begeisternd; Es ist eindrucksvoll, wie sich die aus der Mittelstufe kommenden Schüler hier noch einmal auf ein absolut professionelles Niveau steigern. Das Programm sprühte nur so vor unterschiedlichen Eindrücken, die wiederzugeben den Rahmen dieses Beitrages deutlich sprengen würde. In Erinnerung bleiben die bestechende Qualität der Bläser, sowohl im Satz als auch bei den Soli; die swingende Präzision der Rhythmusgruppe, insbesondere die Spielfreude der verschiedenen Schlagzeuger, und einer der Pianisten, der sich in halsbrecherischem Tempo an Count Basies "Kid from Red Bank" wagte (und mit ihm die ganze Band). Bemerkenswert auch das musikalische Spektrum – vom alten Duke Ellington-Titel "Don’t get around much anymore" über Funk-Rhythmen und Pop à la "Living in America" bis hin zu Modernem wie dem vertonten Gedicht "Army Dreamers" oder der modernen Interpretation von Stevie Wonders "Don‘t you worry bout a thing" (bei dem die Saxophonisten ihre Klappen und die Blechbläser ihre Luftsäulen eher perkussiv benutzen). Die UBB ist besonders dadurch gekennzeichnet, dass sie Vokalisten aufbietet und ihnen durchaus großen Raum lässt. Was aber neu ist, dass die drei Sängerinnen und Sänger nunmehr auch dreistimmigen Ensemble-Gesang perfektionieren – ob das a capella oder mit Klavierbegleitung oder eben mit der gesamten Band ist (wunderschön: George Gershwins uraltes "Somebody loves me" von 1924). Eine sehr gelungene Ergänzung dreier außergewöhnlicher jugendlicher Sänger zu einem ohnehin schon reichen Repertoire der Band. Abgerundet wurde der Abend auf der Bühne durch einige ehemalige Musiker/innen und Sängerinnen, die bei den Zugaben einstiegen (sehr gelungen: "Ai no corrida", das wir vor wenigen Jahren noch bei der Goethe-JazzNight hörten) und vor allem verdeutlichten, wieviel Spaß es den jungen Musikern macht. Alles in allem: eine ganz klare Empfehlung auch an diejenigen Eltern und Schüler, die nicht selbst beteiligt sind, einmal einen dieser "Schlot"-Abende mit zu erleben!

ubb schlot 2016

Dass dies auch in Zukunft möglich ist, darf keineswegs selbstverständlich sein. Jazzclubs wie das "Schlot" haben es wirtschaftlich nicht so leicht. Aber Inhaber John Kunkeler konnte an den Abenden die erfreuliche Nachricht verkünden: Das "Schlot" macht noch mindestens zwei Jahre weiter – und er hat die Einladung an die Bands für 2017 coram publico schon ausgesprochen …

Text und Fotos: Sebastian Claudius Semler, Vorsitzender GEV (Schuljahr 2015/16)

 

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