JazzNight am Goethe-Gymnasium

JazzNight - die 36.

Seit 18 Jahren findet an unserer Schule zweimal jährlich die JAZZ NIGHT statt: der große Auftritt der Jazz-Ensembles unserer Jazz-AG an zwei Konzertabenden in der historischen Aula der Schule. Es ist stets ein großes Event im Schulleben – neben den vielen in den Bands aktiven Schülern finden sich die Eltern ein und gestalten im koordinativen Rahmen des Fördervereins das Buffet zur Veranstaltung. Doch nicht nur die Musikerfamilien sind anwesend. Viele Lehrer und Klassenkameraden der Musiker sowie andere interessierte Eltern besuchen die Konzerte, sodass diese – neben dem Schulfest – einer der zentralen Treffpunkte des Schullebens in jedem Schuljahr sind.

Die Frühjahrs-Jazz Night bietet insofern eine Besonderheit, als hier alle vier Altersstufen der Jazz-AG auftreten: Neben der Unterstufenband, JUNIOR JAZZ BAND (JJB) - unter der Leitung von Stefan Kapitzke, der Mittelstufenband, C.O.M.B.O. – unter der Leitung von Christian Fischer (assistiert von Konrad Schimmelpfennig), und der gemeinsam mit dem Arndt-Gymnasium im Rahmen der Berliner Jazz-Kooperative betriebenen Oberstufenband, UNITED BIG BAND (UBB) – unter der Leitung von Dr. Martin Burggaller, stehen auch die Allerjüngsten mit auf der Bühne: die BAND- & BLÄSERSCHULE (BBS), geleitet von Stefan Kapitzke. Hier spielen die Fünftklässler zusammen, die erst seit knapp 6 Monaten in der AG an der Schule ihr Instrument erlernen.

Auch bei der 36. Jazznight am 13. und 14. März 2015 konnte die BAND- & BLÄSERSCHULE mit ihrem kräftigen Opener des Konzertabends ("Highway No.1") zeigen, wie schnell sie individuell und als Band vorangekommen sind.

Auch die JUNIOR JAZZ BAND hat viele Musiker aus den 6. Klassen in ihren Reihen, die ihr erstes - bzw. nach dem wenige Wochen zurückliegenden Abend im Jazzclub "SCHLOT" ihr zweites – Konzert mitspielen. Hier müssen dann auch die ersten Soli gespielt werden – eine aufregende Herausforderung, so ganz alleine vorne am Mikrophon. Kapi’s Truppe hat das aber bravourös gemeistert. Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell sich bei der JJB ein stimmiger, angenehmer Klangkörper entwickelt – und wie diszipliniert sich schon die Jüngsten auf der Bühne verhalten können. Insbesondere die Titel "Cleveland Rocks", "Bad Attitude" und "Zoot Suit Riot" wurden ausgesprochen überzeugend dargeboten – gutes Ensemblespiel und schon erstaunlich gute Soli (an der Trompete sogar schon mit Dämpfer).

JJB in der voll...
JJB in der voll besetzten Aula JJB in der voll besetzten Aula
Band- und Bläse...
Band- und Bläserschule Band- und Bläserschule
Solisten der JJ...
Solisten der JJB Solisten der JJB
Combo im Retros...
Combo im Retrostyle Combo im Retrostyle

Die Musiker in der C.O.M.B.O. zeigten dann, wie schnell sie professioneller werden und auch unterschiedliche Rhythmen und Stile zu beherrschen lernen. Und in den Soli zeigt sich zunehmend individuelles solistisches Können. Ob Glenn Milers "Pennsylvania 6-5000", Duke Ellingtons "Perdido", oder John Scofields Funk-&Souljazz-Nummer "I’ll take Les", ob Latin (Astor Piazzollas Tango Nuevo "Libertango") oder Rock ("September" von Earth, Wind & Fire) – die C.O.M.B.O. wusste zu überzeugen. Und veranstaltete mit ihrer Bläserchoreographie zum zeitgenössischen Bigband-Arrangement "Soulin‘" ein richtiges Fest auf der Bühne“!

Posaunen der Co...
Posaunen der Combo Posaunen der Combo
United Big Band...
United Big Band mit Sängerin United Big Band mit Sängerin
Sprechgesang de...
Sprechgesang der UBB 01 Sprechgesang der UBB 01
Sprechgesang de...
Sprechgesang der UBB 02 Sprechgesang der UBB 02

Die zweite Konzerthälfte bestreitet traditionell die UNITED BIG BAND (UBB), die nicht zu Unrecht mehrfach ausgezeichnet wurde und ganz hervorragende Musiker in ihren Reihen hat. Ausgefeilte Arrangements und Choreographien sowie sehr gute Soli wurden wiederum dem Publikum geboten. Zudem weist die UBB – anders als die anderen Bands – stets auch Bandsänger/innen in ihren Reihen auf, was das Programm nochmals vielfältiger macht. In der aktuellen Besetzung sind beide Vokalisten ganz hervorragend, wie schon bei der 35. Jazz-Night im November 2014 wussten sie mit ihren Duett-Darbietungen von "Talking" und "As long as I’m singing" sowie insbesondere dem schwierigen Bebop-Titel "A Night in Tunesia" ebenso wie bei ihren Solo-Gesangsnummern "Reet Petite" bzw. "Fly me to the Moon" mehr als zu überzeugen und ihren Vorbildern (hier: Sinatra, Bobby Darin, Jackie Wilson) alle Ehre zu machen.

Die Band ließ es dann in ihrem diesmaligem Repertoire moderner zugehen: Beim zeitgenössischen Titel "I can’t follow" (von Niki Thärichen) endete das Stück überraschend in einem kollektiven choreographierten Sprechgesang. Und Gebhard Ullmanns "Kreuzberg Park East" ist eine Klangreise durch die Sinneseindrücke, die einem in Berliner Parks des Hier und Jetzt begegnen. Eine gelungene Meisterung einer schwierigen Vorlage.

Ein Höhepunkt der besonderen Art war schließlich die Darbietung eines kleinen Ensembles aus der Band, des UBB SWINGTETTs, die mit drei Bläsern und Rhythmusgruppe ein eigenes Arrangement über Billy Strayhorns Klassiker "Take the ‚A‘ Train" (aus dem Duke Ellington Repertoire) vortrugen. Es wurde eine sehr gelungene Interpretation in unterschiedlichen Rhythmen (Jazz Waltz, Bossa Nova) – ganz wunderbar, Gratulation!

Wegen des nachfolgenden Schulsamstags konnte am Freitag nur eine Zugabe gespielt werden, aber der Samstag-Abend wurde dann durch viele Encores gekrönt. Insgesamt war es wieder ein wundervolles Schulevent – Verbundenheit quer durch die Altersklassen, stimmungsvolle Ausleuchtung der Aula, hervorragende Musik. Die Jazz Nights sind stets einen Besuch wert!

Die UBB adelte zudem die Veranstaltungen durch prominenten Besuch: In der Grippewelle-dezimierten Band (sogar Christian Fischer musste an der Posaune mit aushelfen) wirkte GREG BOWEN mit – international renommiert u.a. durch seine Mitwirkung in John Barrys Filmorchester, welches das berühmte James Bond Thema einspielte, und später in der RIAS Big Band – und spielte ein schönes Solo in „Fly Me to the Moon“. Und am Freitag saß niemand Geringeres als die deutsche Jazz-Legende ROLF KÜHN, mittlerweile 85-jährig und als Klarinettist immer noch international aktiv, im Publikum. In einem kurzen Gespräch nach dem Konzert zollte er den jungen Musikern großen Respekt für die dargebotenen Leistungen. Kann es ein größeres Lob aus berufenerem Munde geben?

Abschließend gilt es den drei Bandleitern sowie allen Helfern zu danken. Ein solches Unterfangen mit gleichbleibender Liebe und Intensität über fast zwanzig Jahre hinweg zu organisieren – das ist schon wahrlich außergewöhnlich und ganz sicher maßgeblich für die Qualität dieser Abende.

Text und Video: Sebastian C. Semler, Vorsitzender der GEV (Schuljahr 2014/15)
Fotos: Herr Semler, Frau Maiwald (Schuljahr 2014/15)

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