Zeitungsmachern über die Schulter geschaut

Unser Besuch beim Berliner "Tagesspiegel" am 14. Januar 2015

"Fünf Minuten, los geht’s!"
Zeit ist Geld, dieser Grundsatz war zwar den meisten von uns bekannt, doch was er bedeutet, wurde uns zum ersten Mal in diesem Moment richtig bewusst.

Um eine Schülerzeitung zustande zu bringen, ist Motivation, Durchhaltevermögen und eine Menge Vorwissen nötig. Wer hätte uns da besser beraten können, als die Redakteure des "Tagesspiegels". Gleich am ersten Projekttag statteten wir ihrem Hauptsitz in Kreuzberg einen Besuch ab. Am Eingang empfing uns Juliane Schäuble, Ressortleiterin Politik, und führte uns durch die heiligen Hallen. Wir durften einen Blick in den Newsroom werfen, wo bereits früh am Morgen eine konzentrierte Arbeitsatmosphäre herrschte. Sehr zur Freude der Fußballfans unter uns konnten wir einen genaueren Blick in die Ressortabteilung Sport werfen und erhielten einen groben Überblick über den Aufbau der Redaktion.

Kurz darauf durften wir einem Ereignis beiwohnen, wovon die meisten Hobbyjournalisten nur träumen können: eine echte Redaktionskonferenz.

Als erstes betrat der Chefredakteur, Stephan-Andreas Casdorff den Konferenzraum, so, wie man sich einen Chefredakteur vorstellt: weißes Hemd, immer für einen Spaß zu haben, aber trotzdem bestimmt und zielgerichtet. Nach und nach fanden sich auch die Vertreter der anderen Ressorts ein und nahmen an dem langen Tisch Platz. Die Ritter der Tafelrunde, bewaffnet mit Notizblock und der gestrigen Zeitungsausgabe, gerüstet für einen Tag harter Arbeit.

Nach einer Begrüßung wandte sich der Leiter der Redaktion an den zuständigen Redakteur: "Fünf Minuten, los geht’s!" Es wurden Stärken und Schwächen der Tagesspiegelausgabe vom Vortag dargelegt. Immer im Vergleich mit anderen Zeitungen, auf der Suche nach Optimierung.

Danach ging man zu diesem Thema in eine Diskussionsrunde über, einzelne Artikel und Rubriken wurden besprochen. Auch wenn Stephan-Andreas Casdorff die Zügel stramm hielt, gab es immer wieder Stellen, an denen es etwas zu lachen gab.

Nach etwa zwanzig Minuten ging es in die Planungsphase zur morgigen Ausgabe über. Es wurde zunächst das Thema des Leitartikels diskutiert. Anschließend wurde ein Ressort nach dem anderen besprochen und überlegt, was es zu berichten gab und was in der nächsten Ausgabe gebracht werden sollte.

Wir hatten teil an den Ergebnissen und sahen die Zeitung nach und nach vor unserem geistigen Auge entstehen. Nach etwa einer Stunde konzentrierten Zuhörens wurde die Sitzung beendet und auch wenn noch viel Arbeit und Absprache vor den Redakteuren stand, so hatten sie doch eine klare Vorstellung von ihren Aufgaben und eilten zurück in ihre Abteilungen.

Wir blieben jedoch im Konferenzraum und hatten abschließend die Gelegenheit, mit einer Volontärin des Tagesspiegels zu sprechen, die bei einem Schülerzeitungsprojekt an einer anderen Schule mitarbeitet und unseren Wissensdurst zu stillen wusste, der in den letzten Stunden entfacht worden war.

Gewappnet mit Kenntnissen um Schwierigkeiten und deren Beseitigung machten wir uns auf den Heimweg. Auch wenn es viele Probleme zu klären und Hindernisse zu überwinden gibt, sind wir dadurch angespornt, diese Hürde zu meistern und eine Schülerzeitung in Angriff zu nehmen, auf die wir stolz sein können.

Denn wir erinnern uns an das lateinische Sprichwort: Per aspera at astra – Über raue Wege zu den Sternen!

Text: Gero Hübner, Paul Stein, 9a (Schuljahr 2014/15)

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