AG Arabisch

Arabisch – eine unbemerkte Sprache aus der Spätantike

Warum denn eigentlich Arabisch lernen?

Diese Sprache ist so verschieden von allen, die ich bisher gelernt habe. Anfangs erkennst du kaum die Wörter. Die Schrift sieht sehr schön, aber auch schrecklich kompliziert aus. Das liegt u.a. daran, dass die meisten Buchstaben ein bis drei "diakritische Punkte" bei sich haben, die über oder unter dem eigentlichen Schriftzeichen stehen. Außerdem gibt es eine abweichende Schreibweise, je nachdem ob ein Buchstabe am Anfang, in der Mitte oder am Ende des Wortes steht. Deshalb verwechselst du immer irgend etwas, wenn du mit dem Lesen beginnst.

Arabische Schreibübung

Ich nehme jetzt seit vier Monaten an der Arabisch-AG teil und bedauere es gar nicht. Wie immer im Fremdsprachenunterricht sind kontinuierlich Vokabeln und Grammatik zu lernen. Aber wie herzerwärmend ist es, wenn du endlich ein paar Sätze mit Arabischsprachigen austauschen kannst!

Und diese semitische Sprache gehört doch zu den Weltsprachen. In ihr sind fast 400 Millionen Menschen vereinigt, die sie aktiv oder passiv beherrschen. Bereits in vorislamischer Zeit hatte sich Altarabisch zu einer Dichter- und Verkehrssprache entwickelt. Bis heute ist Hocharabisch als Wissensträgerin von Kultur, Kunst, Philosophie, Religion und Wissenschaft sowie als Literatur- und Bildungssprache über Kontinente und Völkergrenzen hinweg weit verbreitet.

Arabischlernen bedeutet also auch, nicht nur zu lernen, wie arabischsprachige Menschen reden, sondern auch, wie sie denken – in und aus einer Weltregion, über die wir viel hören, aber nicht immer objektiv und verständnisvoll genug.

Vor kurzem haben wir die 1. Koransure, al-Fātiha (die "Eröffnende"), gelesen und dazu eine französische und deutsche Übersetzung verglichen. Und wer hat nicht schon einmal von den "Geschichten aus Tausendundeiner Nacht" gehört? Nun weiß ich auch, dass in einigen Kirchen der Länder des östlichen Mittelmeerraums arabische Bibeln benutzt werden.

Insgesamt lohnt es sich Arabisch zu lernen, wenn du bereit bist, Zeit und Arbeit aufzuwenden.

Text: Samy Bouzourène, Austauschschüler aus der Schweiz (2. Semester, Schuljahr 2013/14)