Physiker in Hamburg

Studienfahrt des Leistungskurses Physik nach Hamburg im August 2013

An Bord des Ostindienseglers "Rickmer Rickmers"

Unsere erste Aktivität in Hamburg war die Besichtigung der Dreimastbark "Rickmer Rickmers", die 1896 vom Stapel lief. Schon von weitem kann die beeindruckend hohe und komplizierte Takelage bestaunt werden. Auf dem Schiff gibt es viele noch original erhaltene Details zu sehen. Neben den Kabinen der Matrosen und des Kapitäns sahen wir die Küche, die Ruderanlage, die Ankerwinschen sowie die Waschräume. Alles musste damals von Hand und mit reiner Muskelkraft bedient werden! Ein Schiffsmotor wurde erst 1930 eingebaut. Auf dem untersten Deck befindet sich eine Ausstellung über die Geschichte des Schiffs. Sehenswert ist dort insbesondere ein Film über den Alltag auf See. Wir fanden es höchst interessant und aufschlussreich und empfehlen jedem Besucher Hamburgs die Besichtigung dieses schwimmenden Wahrzeichens.

Rickmer Rickmers

Führung im DESY

DESY-TeilchenbeschleunigerIm Anschluss an die Besichtigung der "Rickmer Rickmers" sind wir zum Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) gefahren. Dort wurden wir zu einem interessanten Vortrag über das DESY und einer anschließenden Führung über das Gelände empfangen. In dem Vortag haben wir viele wichtige Informationen erhalten über die verschiedenen Beschleunigeranlagen sowie über die damit betriebene Forschung mit schnellen Elementarteilchen und den Aufbau der Materie. Während der anschließenden Führung konnten wir uns dann selbst ein Bild von den gewaltigen Ausmaßen der Anlagen machen. Dabei wurde uns zuerst an einem Modell gezeigt, welche Beschleunigeranlagen und Forschungszentren es auf und unter dem Gelände des DESY in Hamburg gibt. Danach wurde uns die Ringbeschleunigeranlage HERA gezeigt. Da diese außer Betrieb ist, konnten wir zu ihrem Schacht tief unter dem Erdboden hinunter. Dort sahen wir die Beschleunigerstrecken, auf denen die Teilchen auf fast Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden können sowie die Führungsmagnete, die zur Ablenkung der Teilchen auf eine Kreisbahn notwendig sind.

Sowohl beim Vortrag als auch bei der Führung standen uns fachkundige Mitarbeiter zur Seite, die am DESY ihre Doktorarbeit absolvieren. Die Anlagen und ihre Funktionsweisen wurden uns daher auf einem sehr hohen physikalischen Niveau erklärt.

Im Schülerlabor

Am zweiten Tag unserer Reise nach Hamburg haben wir ganztägig das Schülerlabor des DESY besucht. Dort hatten wir die Aufgabe, in kleinen Schülergruppen jeweils ein Experiment zur Untersuchung der Eigenschaften von Elementarteilchen durchzuführen. Das erste Experiment war der Millikan-Versuch, mit welchem die Elementarladung bestimmt werden kann. Im zweiten Versuch konnten Myonen nachgewiesen werden, die als ein Bestandteil der kosmischen Sonnenstrahlung auf die Erde treffen. Im dritten Versuch konnte eine sinusförmige Wechselspannung durch elektromagnetische Induktion erzeugt und vermessen werden. Im vierten Versuch schließlich konnten Elektronen in einem Fadenstrahlrohr mit Hilfe eines Helmholtzspulenpaares auf eine Kreisbahn geschossen werden, deren Vermessung Rückschlüsse über die spezifische Ladung bzw. die Masse eines Elektrons möglich macht. Jede Schülergruppe hat eines dieser Experimente sehr gründlich durchgeführt. Am Ende der Veranstaltung haben wir uns dann die Ergebnisse gegenseitig vorgestellt.

Spaziergang in der Parkanlage "Planten un Blomen"

An diesem Tag haben wir die Jugendherberge zu unserem gemeinsamen abendlichen Spaziergang früher als am vorherigen Tag verlassen. Denn diesmal stand nicht die Besichtigung der bei Dunkelheit beleuchteten Reeperbahn, sondern eine kleine Wanderung durch die Parkanlage "Planten un Blomen" auf dem Programm.

Gruppenfoto

Der 47 Hektar große Park liegt im Herzen Hamburgs, also konnten wir diesen recht unkompliziert mit der U-Bahn erreichen. Beim Betreten bemerkten wir schnell, um was für einen schönen Park es sich handelt. Eine Parkanlage von solcher Größe mit so vielen verschiedenen Möglichkeiten, wie z.B. diversen Spielplätzen, Themengärten, kunstvollen Springbrunnen oder einem Skatepark ist uns als Berlinern zwar aus der eigenen Stadt bekannt gewesen, aber nicht ohne für einen solchen Eintritt zu bezahlen. Vergleichbar war dieser Park nämlich mit dem Britzer Garten.

Aufgrund der immensen Größe konnten wir zwar nur kleine Teile des Parks besichtigen, jedoch hatten wir die Möglichkeit, uns kurze Zeit am Skatepark aufzuhalten. Unser Spaziergang durch "Planten un Blomen" nahm dann auch schnell ein Ende. Mitgenommen haben wir eine schöne Erfahrung und ein gemeinsames Foto von unserem Leistungskurs.

Im Elbtunnel

ElbtunnelNachdem wir unseren Spaziergang durch den Park beendet hatten und an den Landungsbrücken angekommen waren, beschlossen wir, noch einmal durch den alten Elbtunnel zu laufen. Zwölf Meter Wasser trennen den 500 Meter langen Elbtunnel von der Wasseroberfläche. Am 07.09.1911 in Betrieb genommen ist der Elbtunnel bis heute noch in Benutzung und wird sowohl von Hamburgern als auch von Touristen gerne genutzt, um die Elbe zu Fuß, mit dem Fahrrad oder sogar mit dem Auto zu unterqueren.

Krönender Abschluss: Die Hafenrundfahrt

Schönes Wetter, blauer Himmel und weniger blaues Hafenwasser: Was will man mehr bei einer Hafenrundfahrt?

Angefangen bei den Landungsbrücken und der Speicherstadt, ging es dann vorbei an vielen großen Frachtschiffen und einem Militärkreuzer quer durch das weit ausgedehnte Hafenbecken. Noch schnell eine Werft an der Elbe passiert und dann waren wir auch schon wieder zurück bei den Landungsbrücken.

Hafenrundfahrt

Der Kurs hat es in vollen Zügen genossen und das Feeling einer anstrengenden, weil anspruchsvollen Exkursion war schnell vergessen. Ein Muss für jeden Hamburg-Touristen!

Text: Schüler/innen des LK Physik, 3. Semester (Schuljahr 2013/14)
Fotos: Lina Irscheid, LK Physik (Schuljahr 2013/14)

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