Die Odyssee einmal ganz anders

Sowohl im Latein- als auch im Deutschunterricht sind Sagen und Märchen Bestandteil des Lehrplans der Unterstufe. So freute es uns, dass dank der Organisation von Frau Neuß und des fleißigen Einsatzes der Schülerinnen und Schüler des GK Latein (3. Semester) beim Umbau der Aula nunmehr zum dritten Mal das Marionettentheater "Aristo-funny" am 09. November 2015 in der Aula des Goethe-Gymnasiums gastieren konnte, um den Fünft- und Sechstklässlern die Odyssee mit den berühmten Abenteuern des Helden Odysseus auf ganz spezielle Art nahe zu bringen.

Erleben Sie im Folgenden die Veranstaltung aus Sicht eines Sechstklässlers mit:

Nach Ende des Trojanischen Krieges, in dem der Held Achill und viele andere Helden gestorben sind, fahren die übrigen Krieger zurück in ihre Heimat Griechenland, darunter auch Odysseus. Sein Schicksal ist es aber, nach zehn Jahren Krieg noch zehn Jahre lang auf Irrfahrt zu gehen zu müssen, bevor er seine Heimat erreicht.

Das Stück beginnt: Wir sehen zwei Matrosen, sie freuen sich, dass der Krieg gewonnen ist. Sie freuen sich auf die Heimat.

Nun legt das Schiff ab und bald sind sie auf dem offenen Meer, Odysseus ist der Kapitän. Bald schon, nur wenige Tage später, sehen sie am Horizont ihre Heimat, die Insel Ithaka. Doch plötzlich kommt ein Sturm auf und sie kommen vom Kurs ab.

Als sich der Sturm legt, wissen sie nicht, wo sie sind. Doch was ist das? In der Ferne ist eine Insel zu sehen.

Sie legen an und finden eine Höhle im Gestein, in ihrem Inneren hängen Käse an der Wand, die größer sind als sie selbst. Die Matrosen wollen wieder gehen, doch Odysseus will bleiben und sich umsehen.

Plötzlich aber kommt der Zyklop Polyphem in seine Höhle. Er bemerkt die Eindringlinge und er frisst einen Matrosen. Odysseus gibt ihm Wein, kurze Zeit später schläft der Koloss. Mit einer List nehmen sie ihm das Augenlicht und können fliehen.

Aber Odysseus kann es wieder einmal nicht lassen und er provoziert den Meergott Poseidon, den Vater des Polyphem. So ist es Odysseus selbst, der durch seine Abenteuerlust sich und seine Gefährten in Gefahr bringt und so seine Irrfahrt immer wieder verlängert: die Insel der Zauberin Circe, die Vorbeifahrt am Felsen der Sirenen, der Abstieg in die Unterwelt zum Helden Achill, die Durchfahrt durch die Meerenge zwischen Skylla und Charybdis und alle die anderen Abenteuer.

Es war beeindruckend, wie hinreißend die Geschichte mit Marionetten nachgestellt wurde. Auch wenn die Marionetten zwar immer ein unbewegliches, wenn auch sehr markantes Gesicht haben, wird die ganze Lebendigkeit durch die schwebenden Bewegungen der hölzernen Glieder erzeugt. Dadurch dass die Größenverhältnisse der verschiedenen Marionetten, das Bühnenbild und die Lichteffekte bei den verschiedenen Abenteuerszenen wechseln, bleibt die Handlung sehr spannend. Nur drei Marionettenspieler erzählen die Abenteuer des Odysseus, die eigentlich ein dickes Buch füllen.

Text: Constantin Menke, Klasse 6a (Schuljahr 2015/16)

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