Zeitreise in antike Städte

Erfahrungsbericht zur Winterakademie 2016

Erster Tag: Ohne Kopfschmerzen aufs Forum Romanum - Caesar gefällt das

Am Donnerstag, den 4. Februar 2016, startete um 10 Uhr das Projekt "Winterakademie 2016 - Die antike Stadt" (im Rahmen der Humboldt-Schülergesellschaft für Altertumswissenschaften) im oberen Stockwerk der Humboldt Universität zu Berlin (HU). Mit dabei: Zwei Schülerinnenr und zwei Schüler des Goethe-Gymnasiums.

Die "Winterakademie" ist eine dreitägige Veranstaltung, die einmal im Jahr in den Winterferien stattfindet und aus Vorträgen von renommierten Professoren, Workshops, kreativen Aufgaben und Ausflügen besteht. Sie hat zum Ziel, den Schülern, die sich für die Klassischen Altertumswissenschaften – das sind die Sprachen Latein und Altgriechisch, sowie Alte Geschichte und Archäologie – interessieren, zu zeigen, wie ein Studium in diesen Bereichen aussieht.

Da liegt es nahe, dass sich die Schüler vom Goethe-Gymnasium ganz besonders angesprochen fühlen, denn nicht wenige von uns können sich ein Studium in den Altertumswissenschaften vorstellen.

Zuerst wurden die dreißig anwesenden Schüler, die teils von entfernten deutschen Städten angereist waren, von Herrn Professor Dr. Kipf begrüßt. Der ehemalige Lehrer vom Goethe-Gymnasium und nun Professor der HU leitet die sogenannte "Schülergesellschaft der HU" seit sechs Jahren. Neben der Winterakademie bietet die Schülergesellschaft auch andere Projekte, Ausstellungen und Ausflüge im Bereich der Altertumswissenschaft für interessierte Schüler an. "Sehr ansprechend", fanden wir, und überlegten, einige dieser Angebote wahrzunehmen.

Danach informierte uns ein Professor der Archäologie über die Arbeit im gemeinsamen Berliner Forschungsprojekt "Topoi" (altgriech.: „Orte“). Was viele Schüler nicht wussten: An keinem Ort in Deutschland sind die Kulturen der Alten Welt so präsent wie in Berlin. Viele altertumswissenschaftliche Institute sind in Berlin ansässig. Es überraschte uns, dass neben Archäologen, Geologen und Historikern auch Soziologen, Architekten und Pädagogen (und andere moderne Berufe) an diesen Forschungen arbeiten. Wer also glaubt, nur Altertumswissenschaftler befassen sich mit antiken Städten, irrt sich. Von den alten Griechen können Architekten von heute viel lernen und von den Römern die heutigen Soziologen!

Nach kurzer Stärkung ging es in die antike Medizin, ein Lieblingsthema der Schüler. Es ist erstaunlich, wie fortgeschritten die Medizin im antiken Griechenland oder Römischen Reich war. Zahnärzte, Kopfschmerzmittel und sogar Schönheits-OPs waren vor 2500 Jahren nicht unbekannt! Ein Großteil der heutigen Medizin verdanken wir unseren antiken Vorgängern. Man bedenke, dass z. B. das Wort Apotheke altgriechisch für "Aufbewahrungsort" (der Medizin) ist.

Letzte Station des ersten Tages war ein Gang über das virtuelle Forum Romanum – das Zentrum Roms. Von begabten Grafikern animiert, erlebte man vor dem Bildschirm einen Rundgang durch die Stadt vor 2000 Jahren.

Anstatt in alten Texten von Caesar und Augustus zu lesen, klickten wir uns durch deren Facebook-Profile (von der HU erstellt) und schauten uns an, was diese Männer "gepostet" haben. Ihr könnt euch deren Profile auch angucken und ihnen eine Freundschaftsanfrage schicken. "Du bist jetzt mit Caesar befreundet", würde doch ganz schön was her machen.

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