Überzeugung - Todesangst

Überzeugung – Todesangst

Was brachte den 17-jährigen Jungen zum Desertieren? War es die Angst vor dem Tod, der seinem zu kurzen Leben ein Ende gesetzt hätte? Diese allzu natürliche, instinktive Angst. Diese Furcht, diese Belastung, die kaum jemand und erst recht nicht ein Junge von 17 Jahren erträgt? War es Überzeugung? Die Überzeugung, dass der gesamte Krieg und dieses Regime ein Unrecht ist?

Wir können es nicht sagen. Aber, egal wie unterschiedlich die Beweggründe auch gewesen sein mögen, sie verbindet eine Sache: Mut.

Der Mut, sich gegen Unrechtstaten im Krieg aufzulehnen. Der Mut, gegen das Regime und die Ideologie des „totalen Krieges“ Widerstand zu leisten. Der Mut, sich dagegen zu wehren, Mitmenschen zu töten, egal welcher Nation.

Somit steht diese Gedenktafel für alle Deserteure. Eine solche Entscheidung mit 17 Jahren treffen zu müssen, ist aus meiner Perspektive nahezu unvorstellbar, gerade da ich im selben Alter bin. Umso mehr finde ich also diese Gedenktafel wichtig. Sie schließt nicht nur mit dem Klischee des "fahnenflüchtigen Feiglings" ab, sondern sie zeigt auch die Grausamkeit, die Brutalität und die Rohheit des Systems.

"Ich war zu feige für Deutschland zu kämpfen."

Schockierend, fast schon wieder lächerlich wirkt diese Beschuldigung im Zuge der Ereignisse in Berlin 1945. Der Krieg war verloren - Erwachsene, Jugendliche und Kinder, alle wurden sie als Kanonenfutter in den letzten Monaten missbraucht. Doch alle diese Gräueltaten wurden als Unrecht erkannt. Dem gehängten Jugendlichen wurden zu seinem Gedenken bis in die 50er Jahre an seinem Todestag Blumen niedergelegt. So wird aus dieser Gedenktafel auch eine Tafel der Hoffnung und des Appells. Eine Hoffnung auf Frieden, sodass keiner mehr die Waffen erhebt. Ein Appell an uns alle, gegen den Strom zu schwimmen und Mut zu fassen, wenn wir es für wichtig und richtig halten.

Jade Karoui, Klasse 10a (Schuljahr 2014/15)

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