Die Weimarer Fürstengruft

Im Rahmen unseres Weimarbesuches vom 09.12. bis 11.12.2013 haben einige von uns Schülern auch die Fürstengruft auf dem historischen Friedhof von Weimar besichtigt.

Fürstengruft in Weimar

Die Kapelle mit der Gruft wurde 1823 vom Großherzog Karl August für die Toten der Fürstenhäuser Sachsen-Weimar und Eisenach in Auftrag gegeben und im Zeitraum bis 1828 erbaut. Verantwortlich für die Gestaltung und Errichtung des Bauwerks war der Architekt Clemens Wenzeslaus Coudray.

Der ehemalige Kapellenraum enthält heute eine Ausstellung mit wenigen Inventarstücken aus der Zeit, in der Königin Augusta von Preußen den Kapellenraum gestaltete, und mit einer großformatigen Bibel in der Altarvitrine. Neben dieser hängen rechts und links jeweils Gedenktafeln mit den Namen der in der Gruft bestatteten Personen.

In der trennenden Decke zwischen Ausstellung und Gruft ist in der Mitte ein ovales Loch mit einer Umzäunung eingelassen. Über diesem Loch befindet sich die Kuppel des Gebäudes, die von innen mit einem Sternenhimmel bemalt ist, so dass die Toten von unten "die Sterne sehen" können.

Die Gruft selbst war bereits 1824 fertiggestellt und enthielt ab diesem Jahr die 27 Särge der Fürstenfamilie, die aus dem 1774 abgebrannten Stadtschloss gerettet werden konnten. 1827 kamen die vermeintlichen Gebeine Friedrich Schillers hinzu, 1828 folgte Karl August selbst und 1832 wurde auch Goethe hier bestattet. Nachdem sich herausstellte, dass Schillers Knochen gar nicht von ihm stammten, ist dessen Sarg nun leer.

Särge von Goethe und Schiller

Insgesamt enthielt die Gruft einmal 42 Fürstenfamilien-Särge, jedoch wurde einer entfernt und zehn weitere zur besseren Konservierung ausgelagert. Zusammen mit Goethes und Schillers Sarg befinden sich hier nun 33 Särge.

Wir selbst hatten bei unserem Besuch in der Kapelle leider keine sehr freundliche Begegnungen mit dem Personal. Bereits eine halbe Stunde vor der Schließung wollte man uns keine Audioguides mehr herausgeben und obwohl andere Schüler schon in Sichtweite des Eingangs waren, weigerte sich die Kassenfrau, nach der letzten Einlasszeit (eine Viertelstunde vor Schließung) diese noch hineinzulassen. Ich hatte das Glück, die Gruft, zwar ohne Audioguide, aber dennoch von innen zu sehen, und fand es sehr beeindruckend, dass hier so viele Särge verschiedener Stilrichtungen untergebracht wurden. Die Särge von Schiller und Goethe sind eher schlicht im Stil der Klassik gehalten, während andere, zum Beispiel die von Erbgroßherzog Karl August und Erbgroßherzogin Pauline, mit Samt überzogen wurden oder wie die Särge von Großherzog Karl August selbst und Herzogin Eleonora Wilhelmina mit vielen Ornamenten geschmückt sind.

Sehr angetan war ich auch von der recht romantischen Geschichte von Karl Augusts Sohn und seiner russischen Frau Maria Pawlowna: Da sie beide unterschiedlichen Konfessionen des christlichen Glaubens angehörten, wäre es schwierig geworden, sie beieinander zu bestatten, hätte man nicht an die Rückseite der Kapelle eine russisch-orthodoxe Kirche angebaut, deren Gruft nicht von der der Kapelle getrennt wurde. So ist es gelungen, jeden auf dem Boden seiner Religion zu bestatten und dennoch nahe beieinander.

Insgesamt ist es natürlich auch immer beeindruckend in einem Raum mit so vielen "Menschen" zu sein, die lange vor einem gelebt haben und von denen man sogar weiß, was sie damals getan und wie weit sie es gebracht haben.

Die gesamte Weimarfahrt hat viele gute Eindrücke bei mir hinterlassen, aber am meisten ist von diesem kurzen, aber beeindruckenden Abstecher zu den Toten in meiner Erinnerung geblieben.

Text: Leoni Werle; LK Deutsch, 3.Semester (Schuljahr 2013/14)

 

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