Gangster Ovid

Leute, geht niemals nach Sulmo - dort werdet ihr in arschkalte Gewässer fallen, also garantiert kein guter Strandurlaubsort. Oh, bestimmt wollt ihr wissen, wer ich überhaupt bin. Ich bin Ovid, bin noch ein Kind im Herzen und war süchtig danach, Gedichte zu schreiben. Ich wurde geboren, als zwei Konsul-Typen verreckt sind. Für alle, die keinen Plan davon haben: Es war das Jahr 43 v. Chr.

Meine Vorfahren waren echt reich, weshalb ich voll das Alpha-Kind gewesen bin. Bestimmt denkt ihr jetzt, ich wäre krass das coole Kind, aber mein Vater zwang mich und meinen älteren Bruder, zur Schule zu gehen, um bei Klugscheißern zu lernen, die voll die Skills hatten. Ich war der Gangster in der Familie und dichtete in secret trotzdem weiter, obwohl mein Vater total dagegen war, weil es ihm dumm und nutzlos vorkam. Er meinte, dass sogar Homer, der Große, ohne Kohle starb, was ich nicht kapierte, da wir immerhin reich waren. Als Teenager bekamen wir voll den coolen Anzug, also wir wurden in irgendein altes Tuch mit Purpurstreifen - als Zeichen der Reife oder so - gewickelt, aber unsere Süchte nahmen nicht ab. (By the way: mein Bruder hatte eine Rede-Sucht). Leider starb mein Bruder schon mit 20 und seither fehlt er mir sehr.

Ich bekam alle möglichen Ämter, aber verließ alles, weil ich keinen Bock mehr hatte und es mir zu stressig wurde. Dadurch konnte ich mich viel besser auf mein Hobby konzentrieren und begann, Dichter zu feiern und zu stalken. Als ich mein erstes Fantreffen mit einem von ihnen hatte, hab ich mich gerade das erste Mal rasiert.

Ich bin eigentlich voll ein Weichling und werde schnell aus der Ruhe gebracht, hab echt viel geschrieben, aber jedes Mal, wenn ich verkackt habe, bin ich ausgerastet und hab es abgefackelt.

Als ich gerade aus dem Kindesalter herausgewachsen bin, wurde ich auch schon mit meiner ersten Frau verheiratet, die ich schon nach kurzer Zeit wegen ihrer Nutzlosigkeit verlassen hab. Die Zweite war zwar eine sehr gute Frau, starb jedoch leider früh. Die Letzte blieb und musste es ertragen, dass ich verbannt wurde - dazu kommen wir später nochmal. Meine Tochter hat viel, viel zu früh zwei Kinder bekommen ... wenn auch nicht vom selben Mann. Ich mein ja nur, aber so früh Großvater zu werden, ist nicht gerade toll. Kurz darauf starben auch schon meine Eltern.

Ich bin nur froh, dass die nicht bei meinem Verbannungsurteil dabei waren, sonst hätten sie bestimmt getrauert ... und mich angeschrien, obwohl der Grund für das Urteil kein Verbrechen, sondern bloß ein Irrtum war. Aber ich kann jetzt eh nichts mehr ändern. Was geschehen ist, ist halt geschehen. Und zur Verbannung selbst: Am linken Ufer den Schwarzen Meeres verstand mich eiskalt niemand und hier war echt nichts los. Einmal musste ich sogar kämpfen und meine Gedichtesucht für den Moment verlassen, was ich total gehasst habe. Immerhin: Ich bin berühmt und werd's auch immer bleiben - sogar du liest was über mich.

Text: Alisa Hadeev, Anna Sadova, Klasse 9c (Schuljahr 2016/17)

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