Hinter den Kulissen

oder: Wie man die Deutsche Oper sonst nicht kennt

An unserem Wandertag im April fuhren wir, die Klasse 6A, zur Deutschen Oper Berlin. …

… Heute habe ich eine Führung mit meiner Klasse gemacht, und ich war wirklich überrascht. …

… Es empfingen uns zwei Opernmitarbeiter am Personaleingang. Unsere Klasse wurde in zwei Gruppen aufgeteilt und los ging es. Meine Gruppe wurde von Tino übernommen und er schleuste uns durch viele Türen und Gänge ins Foyer und zur Garderobe. Dort legten wir unsere Sachen ab und Tino erzählte uns etwas über die Geschichte des Hauses. Das ursprüngliche Gebäude wurde von 1911 bis 1912 erbaut und hieß "Deutsches Opernhaus". 1925 wurde es umbenannt zur "Städtischen Oper". Diese wurde im November 1943 fast völlig durch Bomben zerstört. Erst 1957 bis 1961 wurde der heutige Neubau von Fritz Bornemann gebaut und in "Deutsche Oper Berlin" umbenannt. Sie feierte 2012 ihren hundertsten Geburtstag. … 

… Anschließend gingen wir in den Zuschauerraum und nahmen in der ersten Reihe Platz. Von hier aus hatten wir einen ausgezeichneten Blick in den Orchestergraben. Die Probe hatte noch nicht begonnen. Einige Musiker übten allein bereits an ihren Instrumenten. Mir fiel eine wunderschön verzierte Harfe auf. Die Bühnenkulisse wirkte auf den ersten Blick etwas seltsam. Es handelte sich um eine Art siebenstöckige Bettenburg. … 

… Während Tino uns weitere Informationen gab, konnten wir die Bühnenarbeiter beobachten, die die Kulissen für "Otello" aufbauten. Diese arbeiten hier Tag und Nacht, weil die Bühnenbilder ständig geändert werden müssen. (…) Tino machte uns auch auf den Souffleurkasten aufmerksam, in dem wir später bei der Probe sogar die Souffleuse "in Aktion" gesehen haben. … 

… Wir gingen dann ins Kulissenlager, wo überall Requisiten, z.B. Türen, Fenster, Geländer, Laternen und anderes verteilt waren. Ein Stück rostiges Metall sah täuschend echt aus, war aber in Wirklichkeit aus Styropor. … 

… Wir wurden auch in den Kulissenstauraum gebracht und schauten uns verschiedene Kulissen von verschiedenen Stücken an. Der Raum der Kulissen war ziemlich groß, da die meisten Kulissen auch ziemlich groß waren. Eine Kulisse stellte eine Küche dar. Wir durften sogar den Kühlschrank öffnen, in dem sich "Plastikessen" befand … 

… Im Bühnenbildmagazin zeigte uns Tino auch besondere Kulissen, so z.B. ein übergroßes Nashorn aus der "Zauberflöte". Die Kulissen werden auf der Bühne mit Teilstücken von Eisenbahnschienen beschwert, sodass sie auf der Bühne nicht umfallen können. Wir betraten die Bühne mit ihren Nebenbühnen. Tino veranschaulichte uns, wie hier die Kulissen während einer Vorstellung von der Bühne zu den Nebenbühnen hin- und hergeschoben werden, um das Bühnenbild zu ändern. Um Kulissen hochzuziehen, gibt es auch noch den beeindruckenden meterhohen Bühnenturm. Im Brandfall kann ein riesiger Eiserner Vorhang heruntergelassen werden, um den Zuschauerraum von der Bühne abzutrennen und ein Übergreifen des Feuers zu verhindern. Die 11 Meter Höhe schafft der Vorhang in 8 Sekunden. … 

… Bald darauf wurden wir zurück auf die Bühne geführt. Wir hörten gespannt einem Opernsänger zu. … 

... Auch das Orchester spielte. In einem schwarzen Kasten, der sich am Boden vor der Bühne befand, konnte man eine Souffleuse sehen. Der Herr, der uns durch die Oper führte, erzählte uns auch aus dem Berufsleben eines Opernsängers, was sehr interessant war. …

… Danach durften wir nochmals zur Bühne zurückgehen und bei der Probe für "Otello" zuschauen, womit die Führung dann auch beendet war. Da am Abend aber "Schwanensee" gegeben wurde, hieß das für die Bühnenarbeiter nochmals einen kompletten Kulissenwechsel. … 

… Insgesamt hat mir dieser Wandertag sehr gut gefallen, und ich freue mich schon auf den nächsten Opernbesuch. 

Textcollage: Ayana Pixa, Valentin Seyberlich, Alina Tigli (Klasse 6a, Schuljahr 2012/13)

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